Rhetorik Rhetorikseminar

Einfach besser ankommen

Mit Diplomatie zum Ziel

Lernerfolg garantiert: Stéphane Etrillard limitiert sein Diplomatietraining auf sechs Teilnehmer

Mit diplomatischem Geschick lässt sich mehr erreichen. Das vom bekannten Rhetorik- und Wirtschaftstrainer Stéphane Etrillard neu konzipierte Seminar „Mit Diplomatie zum Ziel“ steht daher unter dem Motto: „Smart statt hart“. Denn gerade in der Berufswelt ist ein souveräner Umgang mit Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kollegen von enormem Vorteil – und dafür braucht es Kenntnisse der Spielregeln einer diplomatischen Gesprächsführung.

Erfahrene Fach- und Führungskräfte wissen, dass es größte Vorteile mit sich bringt, ihre Gesprächs- und Verhandlungspartner zu überzeugen, statt sie zu überreden, Gemeinsamkeiten zu finden, statt stur Positionen durchzuboxen und Entscheidungen im Konsens zu fällen, statt einen Konfrontationskurs einzuschlagen. Denn: Mit Diplomatie kommt man nicht nur schneller, sondern auch leichter zum Ziel – und ohne dabei verbrannte Erde zu hinterlassen.

Stéphane Etrillard, einer der renommiertesten Wirtschaftstrainer und Coachs, ist überzeugt, dass diplomatisches Geschick eine Sache des Trainings ist und vor allem auf einer bewussten Kommunikation basiert. In dem von Stéphane Etrillard selbst entwickelten dreitägigen Diplomatietraining erfahren die Teilnehmer daher unter anderem, wie sie:

  • durch ihr Auftreten die Basis für lösungsorientierte Gespräche schaffen
  • auch kritische Gesprächssituationen mit diplomatischem Geschick meistern
  • selbst schwierige Verhandlungen mit Fingerspitzengefühl zum Ziel bringen
  • den eigenen Standpunkt diplomatisch geschickt vertreten
  • verbale Angriffe intelligent, schlagfertig und charmant kontern

Die Grundlage für das Seminar mit Stéphane Etrillard ist sein praxiserprobtes Know-how aus mehr als 35 Seminaren allein zum Thema Diplomatie, in denen er bereits über 500 Seminarteilnehmer begleitet hat. Um die hohe Qualität des Seminars nochmals zu steigern und jedem Teilnehmer einen maximalen Lernerfolg zu garantieren, begrenzt Stéphane Etrillard dieses Privatissimum jetzt auf jeweils sechs Teilnehmer.

Das „diplomatische Parkett“ ist bekanntlich glatt – und auch im Geschäfts- und Berufsleben kann ein Ausrutscher unerfreuliche Folgen mit sich bringen. Die Teilnehmer dieses Seminars werden solche Probleme nicht mehr haben und mit der Kraft der Sprache noch souveräner überzeugen.

Termine Diplomatietraining von Stéphane Etrillard

Stéphane Etrillard: „Diplomatie ist der Schlüssel zum Kommunikationserfolg“

Stéphane Etrillard zählt zu den renommiertesten Wirtschaftstrainern und Coachs. In seinen Seminaren mit dem Schwerpunkt Führungskommunikation, Rhetorik und Dialektik sowie Selbst-PR vermittelt Stéphane Etrillard Kompetenz aus der Praxis für die Praxis. Er ist Autor von über 30 Büchern und Audio-Coaching-Programmen. Außerdem ist er beliebter Interviewpartner für die Presse und gern gesehener Gast bei Talkrunden und Podiumsdiskussionen.

www.etrillard.com

6. September 2011 Posted by | Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Mit Diplomatie zum Ziel

Stéphane Etrillard

Diplomatie meint ursprünglich die Pflege der Beziehungen zwischen den Staaten durch Verhandlung und die dabei angewandten Methoden. Die Absicht einer diplomatischen Vorgehensweise ist in erster Linie, die eigenen Zielsetzungen zu erreichen, ohne dabei die Beziehung zum Gesprächspartner zu belasten. Denn angespannte Beziehungen stellen immer eine Belastung für künftige Gespräche und Verhandlungen dar und behindern eine effektive Kommunikation.

von Stéphane Etrillard

Was für die Diplomatie zwischen Staaten zutrifft, gilt in gleicher Weise auch für die Kommunikation im Unternehmen und im privaten Umfeld. Die Kunst der Diplomatie beherrschen allerdings nur wenige Menschen richtig, was in der Praxis oft zu Kommunikationsstörungen führt, die sich in Konflikten, Missverständnissen, Demotivation und Vertrauensverlust äußern.

Die Kunst der Diplomatie

Mit Taktgefühl heikle Gesprächssituationen zu meistern, ist nicht jedem Menschen gegeben. Von der Kunst der Diplomatie kann die Kommunikation beruflich und privat erheblich profitieren. Statt mit der Brechstange vorzugehen, ist es in den meisten Situationen weitaus effektiver und auch weitsichtiger, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden – also ein Ergebnis zu erzielen, dass den eigenen Zielsetzungen gerecht wird und gleichzeitig die Interessen der Gesprächspartner berücksichtigt. Für die Auswirkungen geschickt eingesetzter Diplomatie gibt es zahlreiche große und unzählige kleine Beispiele. Als eine Sternstunde der Diplomatie, gekonnter Gesprächspsychologie und weitsichtiger Rhetorik gilt zu Recht die Vorbereitung der friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands. Mit der Unterzeichnung des sogenannten „Zwei-plus-Vier“-Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik sowie Frankreich, den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und der Sowjetunion wurde der Weg für die Wiedervereinigung frei. Die vorausgehenden „Zwei-plus-Vier“-Verhandlungen gelten noch immer als ein Meisterstück der internationalen Diplomatie. Innerhalb kürzester Zeit wurden dabei Probleme gelöst, die eine ganze Epoche geprägt haben. Bis dahin schien es jahrzehntelang nicht ausgeschlossen, dass der Kalte Krieg zu einem Dritten Weltkrieg eskalieren könnte. Dass alles ganz anders kam und sogar in der von vielen als völlig unmöglich betrachteten Wiedervereinigung ein glückliches Ende fand, ist etlichen beteiligten Politikern und Diplomaten zu verdanken, die hinter verschlossenen Türen auf diplomatischem Parkett äußerst geschickt taktiert und verhandelt haben – immer mit dem Hintergrund, keine Partei als Verlierer dastehen zu lassen und die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Die Verhandlungen fanden in angespannter Atmosphäre und in Anbetracht der knappen Zeit unter denkbar ungünstigen Rahmenbedingungen statt. Das Endergebnis ist daher tatsächlich ein Meisterstück der Diplomatie, das nur mit diplomatischer Weitsicht, rhetorischem Können und viel psychologischem Geschick gelingen konnte. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass eine Einigung selbst in extrem schwierigen Situationen ebenso möglich ist wie das Durchsetzen der eigenen Ziele, ohne dabei die Beziehungen zu den Gesprächspartnern zu schädigen. Dafür allerdings müssen einige grundsätzliche Regeln der Diplomatie, Rhetorik und Psychologie beachtet werden.

Eine diplomatische Kommunikation beruht auf fünf Grundsätzen:

1. Immer freundlich bleiben

Sie können es jeden Tag in der Zeitung lesen: Konflikte zwischen zwei Staaten beginnen oft damit, dass der eine Staat den anderen mit nicht gerade freundlich klingenden Tönen provoziert. Ob es als Folge zu einer ernsten Krise kommt, hängt nicht zuletzt vom diplomatischen Geschick der Vertreter der jeweiligen Staaten ab. Wird auf die Provokation in gleicher Weise eingegangen und ebenfalls zur Verbalkeule gegriffen, schaukelt sich das Ganze schnell hoch – und es wird immer schwieriger, den Konflikt beizulegen. Wer jedoch eine angemessene Antwort im diplomatischen Tonfall findet, vermeidet eine Belastung der Beziehungen und kommt weitaus schneller zum Ziel. Ähnliches gilt auch für Gespräche, die Sie im privaten oder beruflichen Umkreis führen: Was auch immer Sie sagen, bleiben Sie freundlich, auch dann, wenn Ihr Gegenüber Sie verbal unter Beschuss nimmt. Bleiben Sie betont gelassen und vor allem sachlich, um eine mögliche Eskalation zu verhindern. Wenn die Emotionen auf beiden Seiten hochkochen, ist es überaus schwierig, wieder eine gemeinsame Basis und eine Einigung in der Sache zu erreichen. Lassen Sie sich daher nicht provozieren, gehen Sie zugleich mit gutem Beispiel voran: Zeigen Sie, dass Ihnen an einer fairen und niveauvollen Kommunikation gelegen ist. Die meisten Hitzköpfe wird diese Grundhaltung schnell wieder auf den Teppich bringen.

2. Kompromiss statt Konfrontation

Sie wollen mit Ihrem Partner das nächste Urlaubsziel bestimmen, doch es gibt ein Problem: Sie wollen ans Meer, Ihr Partner will in die Berge. Wenn keiner nachgibt, gibt es Knatsch. Der Weitsichtige sucht daher den Kompromiss: dieses Jahr ans Meer und nächstes Jahr dann in die Berge oder, auch nicht schlecht, nach einem Land suchen, wo die Berge am Meer liegen. Oft gibt es einfach scheinbar unüberbrückbare Gegensätze oder Meinungsverschiedenheiten. Wenn Ihre Ansichten tatsächlich erheblich von denen Ihrer Gesprächspartner abweichen, vermeiden Sie unbedingt eine direkte Konfrontation. Sie werden sich nur aneinander festbeißen und keiner wird zufrieden aus dem Gespräch gehen. Versuchen Sie, trotz aller Gegensätze, kleine Gemeinsamkeiten zu finden. Die gibt es immer! Und dann streben Sie eine Lösung an, die für beide Seiten vorteilhaft ist. Treten Sie deshalb immer als Verbündeter auf: Selbst bei schärfsten Konflikten – ein Diplomat schlüpft nie in die Rolle eines Gegners. Er betont stattdessen, dass er das Beste für beide Seiten im Sinn hat.

3.  Den Gesprächspartner ernst nehmen

Jeder Vater, jede Mutter kennt es aus eigener Erfahrung: Ein Kind, das sich nicht ernst genommen fühlt, wird patzig. Es greift ganz einfach zu anderen, meist drastischeren Mitteln, um seine Interessen zu verdeutlichen. Schon bald wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und es häufen sich Missverständnisse. Schließlich ist ein vernünftiges Gespräch kaum noch möglich. Erwachsene sind da nicht besser: Vordergründig prallen gerade in heiklen Gesprächen unterschiedliche Interessen aufeinander. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich dagegen oft, dass die Interessenlage gar nicht so verschieden ist. Bei allen Gesprächen und Verhandlungen geht es nicht nur um die eigenen Interessen, sondern ebenso um die des Gegenübers. Nehmen Sie Ihren Gesprächspartner daher immer ernst, auch und gerade dann, wenn Gespräche zwischen Personen geführt werden, die eine unterschiedliche Position in der Hierarchie einnehmen. Suchen Sie nach einer Lösung, bei der die Erwartungen, Intereressen und Bedürfnisse Ihres Gesprächspartners einbezogen werden.

4.  Nicht (vor anderen) bloßstellen

Wer sich im Beruf schnell Feinde machen will, braucht nichts anderes zu tun, als seine Kollegen vor anderen bloßzustellen und auf ihre Fehler und Unzulänglichkeiten hinzuweisen und sich auf Kosten des anderen zu amüsieren. Derartige Schüsse gehen so gut wie immer nach hinten los. Deshalb gilt: Was auch immer Sie unter vier Augen besprechen, sobald Zuhörer anwesend sind, gelten andere Spielregeln. Stellen Sie Ihren Gesprächspartner nie öffentlich bloß. Selbst wenn Sie die Lacher und die Zuhörer damit vielleicht kurz auf Ihrer Seite haben – schnell wendet sich das Blatt, und die Menge sympathisiert mit dem vermeintlich „Schwächeren“. Zudem ist die Beziehung zu der kompromittierten Person oft dauerhaft beschädigt.

5.   Kommunikatives Geschick einsetzen

Die Grenze zwischen Eskalation und Deeskalation kann überaus schmal sein. Wer weder auf die akute Stimmung noch auf die aktuelle Situation eines Gesprächspartners achtet, wird zielsicher in jedes bereitstehende Fettnäpfchen treten und unter Umständen eine ganze Lawine auslösen. Diplomatie besteht daher zu großen Teilen daraus, das eigene kommunikative Geschick einzusetzen und stets zu verbessern. Das heißt ganz konkret: seine Menschenkenntnis zum Einsatz bringen und sich in das jeweilige Gegenüber einzufühlen. Das richtige Wort zur richtigen Zeit bewirkt wahre Wunder. Und so manches falsche Wort zur falschen Zeit hat schon das Fass zum Überlaufen gebracht. Anstatt also immer nur zu fordern oder vielleicht sogar Drohungen auszusprechen, versuchen Sie es lieber auf die „sanfte Tour“. Die Kunst, mit Taktgefühl heikle Situationen zu meistern, schafft eine gute Voraussetzung, um auch im Ernstfall souverän mit verbalen Angriffen umzugehen.

Praxistipp:

Wenn Sie angegriffen werden, leiten Sie niemals (aus Rache) einen Gegenangriff ein. Der Angriff des Gegenübers geht ins Leere, wenn Sie ihn nicht mit einem Gegenangriff vergelten.

Diplomatie in der Praxis

Diplomatie lässt sich trainieren, denn sie erfordert vor allem eine bewusste verbale Kommunikation und den Willen, in Gesprächen Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen einzusetzen. Wenn Sie die folgenden Erfolgsfaktoren einer gelungenen Kommunikation bei Ihrer Gesprächspraxis berücksichtigen, werden Sie Ihre Überzeugungen wirkungsvoll vertreten und Ihre Gesprächsziele erreichen.

Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Gesprächspartners

Die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich in die Gefühle und Ansichten anderer Menschen einzufühlen und hineinzudenken, wird auch Empathie genannt. Das Ziel ist es, die Situation und die Erfahrungen des Gegenübers zu verstehen. Es geht nicht darum, etwas zu bewerten oder zu verändern, sondern nur um das reine Verstehen. Erstaunlicherweise scheint dies jedoch gar nicht so einfach zu sein. Denn Empathie erfordert, sich selbst erst einmal zurückzunehmen, die eigenen Ansichten und Gefühle vollständig zurückzuhalten. Und das fällt vielen Menschen schwer.

Erfahrene Diplomaten verstehen es, vorgefasste Meinungen und Urteile, die Sie sich bereits über den Gesprächspartner im Vorfeld gebildet haben, beiseite zu lassen. Sie versuchen stattdessen, unvoreingenommen und offen die Lage des Gegenübers zu erfassen. Gerade wenn es darum geht, problematische Situationen zu kommunizieren, ist es nötig, gleichzeitig zurückhaltend und aufmerksam zu sein, um wirklich zu begreifen, worum es dem Gesprächspartner geht.

Durch Einfühlung in den Gesprächspartner eröffnen Sie sich selbst die besten Möglichkeiten für ein gutes Gespräch und für ein souveränes Auftreten, denn je umfassender Sie die Situation des anderen verstehen, umso besser können Sie Ihre Argumentation aufbauen. Und ein Gesprächspartner, der sich von Ihnen verstanden fühlt, wird Ihnen sicher auch besonders aufmerksam und wohlwollend zuhören.

Praxistipp:

Wer sein Gegenüber aufmerksam beobachtet, kann meistens schon anhand von Mimik und Gestik erkennen, dass dem Partner ein Einwand auf der Zunge liegt. Nehmen Sie Einwände auf Ihre Argumente vorweg, bevor Ihr Gegenüber die Schwachpunkte formuliert.

Nur wer zuhört, kann auch verstehen

Wir denken weitaus schneller, als wir reden können, und unser Gehirn ist deshalb beim Zuhören nicht ausgelastet. Das führt dazu, dass wir mit unseren Gedanken schnell vom Gesprächsinhalt abweichen und nach und nach immer mehr Kapazitäten vom Zuhören abziehen und unseren eigenen Gedankengängen widmen. Dass damit einer guten Kommunikation die Grundlage entzogen wird, liegt auf der Hand: Denn wie sollten wir ein Gespräch führen können, wenn wir nicht richtig erfassen, was unser Gegenüber gesagt und gemeint hat? Ganz abgesehen davon, dass ein unaufmerksamer Zuhörer sehr schnell unsympathisch wirkt und dem Gesprächspartner das Gefühl gibt, dass seine Ausführungen ihn überhaupt nicht interessieren.

Diplomaten sind meist gute Redner, vor allem jedoch noch bessere Zuhörer! Konzentrieren Sie sich also aufmerksam auf Ihren Gesprächspartner, und vermitteln Sie ihm, dass Sie wirklich zuhören und ihn verstehen wollen und schließlich auch verstehen werden. Der Begriff „aktives Zuhören“ zeigt schon, dass der Zuhörende keineswegs passiv ist. Dieses Agieren des Zuhörenden besteht nun in dem expliziten Wiedergeben dessen, was vom Gesagten verstanden wurde. Mit den eigenen Worten wird dabei umschrieben, was der Gesprächspartner gesagt hat, um sich zu vergewissern, ob alles richtig erfasst wurde. Dieser Vorgang wird als Paraphrasieren bezeichnet. Mithilfe des Paraphrasierens können Missverständnisse, Unklarheiten, Verständnisfragen oder Kommunikationsstörungen sehr schnell erkannt und anschließend ausgeräumt werden.

Ein weiterer Aspekt des aktiven Zuhörens ist das Verbalisieren. Dabei wird vom Zuhörer auch umschrieben, was „zwischen den Zeilen“ kommuniziert wurde. Das ist selbstverständlich das schwierigere Vorgehen, denn es erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Aufmerksamkeit und Verantwortung, um hier den entscheidenden Punkt und auch den richtigen Ton zu treffen. Verbalisiert werden z. B. Gefühle, Erwartungen oder auch Unterstellungen, die bei einem Gespräch ungesagt mitschwingen und die vom Zuhörenden wahrgenommen werden. Gelingt das Verbalisieren, ist ein sehr tiefgehendes Verständnis zwischen den Beteiligten möglich, das der Kommunikation eine besonders hohe Qualität verleiht und die Beziehungsebene nachhaltig stärkt.

Überzeugend argumentieren

Wenn Sie sich in Ihre Gesprächspartner einfühlen und das aktive Zuhören praktizieren, wird es Ihnen sicher nicht schwerfallen, in den entscheidenden Gesprächssituationen auch Ihre Argumente auf den Partner auszurichten. Vor allen Dingen in Verhandlungen wird Ihre Fähigkeit, partnerorientierte Argumentationen zu entwickeln, über Erfolg und Misserfolg mitentscheiden.

Ein Ziel von Verhandlungen ist es bekanntlich, mit den eigenen Argumenten den Gesprächspartner zu überzeugen. Es reicht also nicht, dass Sie selbst Ihre Argumentation plausibel finden. Entscheidend ist, dass Ihr Gegenüber damit überzeugt werden kann. Für ihn müssen die Argumente relevant und stichhaltig sein.

Fragen Sie sich daher:

  • Mit welchen Voraussetzungen geht mein Partner in das Gespräch/in die Verhandlung?
  • Und über welche Informationen verfügt er hinsichtlich des Gesprächsgegenstandes?
  • Welches Interesse hegt er und wo liegen seine Probleme?
  • Mit welchem Ziel geht er in das Gespräch?
  • Mit welcher Stimmung wird er vermutlich in das Gespräch hineingehen?
  • Wie ist seine Einstellung zu mir als Gesprächspartner?

Wenn Sie mit solchen oder ähnlichen Überlegungen Ihre Aufmerksamkeit auf die Lage Ihres Gegenübers gerichtet haben, können Sie überprüfen, ob Ihre Argumente für Ihren Gesprächs- oder Verhandlungspartner wirklich von Bedeutung sind oder vielleicht einfach an seinen Interessen und Vorstellungen vorbeizielen. Eine gute Argumentation verdeutlicht dem Gesprächspartner, dass seine Probleme gelöst werden und er Vorteile davon hat, wenn er Ihnen zustimmt.

Praxistipp:

Betonen Sie im Gespräch immer wieder Gemeinsamkeiten. Wenn Sie einen Schritt weitergekommen sind, halten Sie den Teilerfolg in einem Zwischenresümee fest.

Den Spiegel vorhalten

Beim Spiegeln geschieht das, was das Wort bereits sagt: Sie geben eine bei Ihnen ankommende Information zurück an den Sender. Sie spiegeln sie. Im Wesentlichen geht es darum, Wahrgenommenes zum besseren Verständnis noch einmal wiederzugeben und zu überprüfen bzw. auf diesem Wege den Gesprächsverlauf aktiv zu gestalten und zu steuern.

Das Ziel des Spiegelns liegt wieder in der erfolgreichen Gestaltung der Kommunikation. Das gegenseitige Verstehen soll verbessert und das eigene Zuhören einer Überprüfung unterzogen werden. Ggf. können bei Missverständnissen oder Störungen korrigierende Maßnahmen ergriffen werden. Das Spiegeln verschafft überdies die Möglichkeit, mehr Informationen über den Gesprächspartner und den Gesprächsgegenstand zu erhalten. Durch die aufmerksame Grundhaltung beim Spiegeln wird die Beziehungsebene ebenfalls positiv beeinflusst.

Die verschiedenen Arten des Spiegelns ergeben sich aus den Aspekten, die mit dem gespiegelten Inhalt hervorgehoben werden sollen.

  • Der Informationsspiegel wiederholt wie das Paraphrasieren mit eigenen, möglichst knappen Formulierungen das Gesagte des Gesprächspartners.
  • Der Emotionsspiegel ähnelt dem Verbalisieren. Es wird das Gefühl zurückgegeben, das vom Partner wahrgenommen wurde, auch ohne, dass er es explizit bezeichnet hat.
  • Der Logikspiegel konfrontiert das Gegenüber mit angenommenen Voraussetzungen und Folgen seiner Ausführungen, zumeist mit dem Ziel, Widersprüchlichkeiten oder Fehlschlüsse in der Argumentation des Partners aufzudecken.
  • Der Entlarvungsspiegel spiegelt das Verhalten des Gegenübers mit dem Ziel, seine Vorgehensweise zu offenbaren und bei Bedarf zu unterlaufen, z. B.: „Ihre Frage suggeriert eine Voraussetzung, die ich nicht teile.“

Praxistipp:

Nageln Sie Ihr Gegenüber aber nicht auf bestimmte Äußerungen fest, lassen Sie ihm immer taktvolle Rückzugsmöglichkeiten.

Ich-/Du-Botschaften

Kommunikation verläuft nicht immer gänzlich konfliktfrei. Und ausgerechnet in Konfliktsituationen, in denen erfolgreiches Kommunizieren von besonderer Wichtigkeit wäre, gelingt es uns häufig nicht, erfolgreich und verständnisvoll zu kommunizieren. Das liegt in der Natur der Sache, muss aber dennoch nicht als unumstößliches Gesetz betrachtet werden. Ein wirksames und von Diplomaten konsequent eingesetztes Mittel zur Konfliktvermeidung sind sogenannte Ich-Botschaften.

Leider können wir Menschen nur selten gelassen mit Ablehnung und Meinungsverschiedenheiten umgehen. In vielen Fällen reagieren wir hingegen aggressiv und greifen den Gesprächspartner an. Verbale Attacken werden in solch kritischen Situationen oft mittels Du-Botschaften formuliert.

Du-Botschaften sind z. B.:

  • „Ihre Meinung ist hier ganz unerheblich.“
  • „Sie verbreiten absichtlich Unwahrheiten.“
  • „Sie haben doch den Termin platzen lassen.“

Derartige Aussagen werden kaum zur Entspannung der Situation beitragen. Im Gegenteil: Du-Botschaften enthalten Anklagen oder Vorwürfe an den Gesprächspartner, gegen die er sich dann verteidigt. Sie attackieren unmittelbar die Persönlichkeit und bestimmte Charaktereigenschaften des Gegenübers und engen seinen Reaktionsspielraum deutlich ein, denn sie fordern eine bestimmte Handlungsweise oder schlagen zumindest eine solche vor. Damit stellen diese Aussagen einen deutlichen Übergriff in seinen Aktionsbereich dar und bringen ihn in Bedrängnis, gegen die er sich zur Wehr setzen wird.

Um eine Eskalation möglichst zu vermeiden, ist es ratsam, anstelle der Du-Aussagen lieber mit Ich-Botschaften zu operieren. Mit Ich-Botschaften transportieren Sie Ihre eigenen Gefühle und Gedanken und kommunizieren offen Ihr Problem. Sie formulieren mit Ich-Aussagen, was Sie empfinden und wie Sie sich fühlen und welches Verhalten oder welche Äußerung Ihres Gesprächspartners zu dem Konflikt geführt hat. Ich-Botschaften enthalten keine Vorwürfe oder Belehrungen, auch keinen Lösungsvorschlag und keine Forderung, sondern beschreiben nur das Problem und erscheinen als eine offene Bitte an den Gesprächspartner. Deshalb braucht dieser sich auch nicht zu verteidigen, und die Gefahr einer Eskalation sinkt beträchtlich.

Ich-Botschaften verdeutlichen durch ihren defensiven Charakter außerdem die Bereitschaft, das Problem miteinander zu lösen und nicht gegeneinander auszufechten, sodass die Beziehungsebene für die Zukunft unbelastet bleibt. Eine Gegenüberstellung wird die Unterschiede veranschaulichen:

Du-Botschaft: „Was Sie da sagen, ist falsch!“

Ich-Botschaft: „Ich habe dazu andere Informationen!“

Da Ich-Botschaften nicht auf Konfrontation, sondern auf Kommunikation ausgerichtet sind, können Sie den Gesprächspartnern helfen, aus dem Konflikt heraus und wieder zurück zur Sache zu finden.

Diplomaten sind Experten in Gesprächspsychologie

Das Erleben und Verhalten in wichtigen Gesprächen oder Verhandlungen hängt selbstverständlich von vielen psychologisch wirksamen Faktoren ab. Eine Sensibilisierung für das Thema Psychologie ist aus zweierlei Gründen für alle Gesprächssituationen wichtig: Durch die Bewusstwerdung von oftmals unbewussten Prozessen werden die eigenen Verhaltensweisen für uns transparenter, und wir gewinnen eine größere Klarheit über die Reaktionen des Gegenübers. – Manchmal sind wir überrascht, warum bestimmte Worte offensichtliche Reaktionen hervorrufen, die den Gesprächszielen entweder förderlich sind oder im Wege stehen.

In viele Äußerungen, selbst wenn sie sachlich nicht einmal sehr relevant sind, mischt sich oft ein Unterton, der sich auf das Selbstwertgefühl unseres Gegenübers bezieht. Es kann also sehr sinnvoll sein, bestimmte Formulierungen im Vorfeld zu überdenken und ggf. zu vermeiden (oder gezielt einzusetzen). Und jeder Gesprächspartner ist offener für das Kommende, wenn ihm eine positive Grundeinstellung signalisiert wird. Wenn wir dem Gegenüber unsere Wertschätzung zeigen, verhindern wir damit oft eine (unbewusste) Blockadehaltung.

Einige psychologische Aspekte, die bei allen Gesprächen und Verhandlungen ganz klar zum Erfolg beitragen:

  • den Gesprächspartner häufiger (jedoch nicht permanent) beim Namen nennen
  • eine offene, dem Partner zugewandte Haltung einnehmen
  • Mimik und Gestik als verstärkende nonverbale Signale einsetzen (insbesondere ein freundlicher Gesichtsausdruck, der hin und wieder ein Lächeln zeigt, ist hier wirkungsvoll)
  • bewusste Verwendung der Stimme (sie soll weder bedrohlich laut noch distanziert leise klingen, aber auch nicht monoton sein)
  • das Repertoire rhetorischer Fähigkeiten, insbesondere Schlagfertigkeit und gezielt eingesetzte Beredsamkeit
  • das Interesse am Gegenüber ausdrücken

Unterbrechungen der Beiträge des Gegenübers sind dagegen einer der häufigsten Fehler, vor allem wenn der Unterbrechung eine voreilige Bewertung des noch nicht ganz Ausgesprochenen folgt. Hier kommen wir wiederum auf die Bedeutung des aktiven Zuhörens zurück. In wichtigen Gesprächen ist es unbedingt erforderlich, dem Gegenüber zuzuhören, ohne ihn zu unterbrechen, wobei auch Pausen zugelassen und ertragen werden sollten. Gerade die gezielten Bekräftigungen (Kopfnicken, Blickkontakt, Lächeln) ermutigen nahezu jeden Gesprächspartner dazu, in seiner Rede fortzufahren.

Das Ansprechen von Gefühlen kann hier noch größere Wirkungen erzielen: „Sie möchten gern …“ – „Ich an Ihrer Stelle …“. Damit sachliche Resultate erzielt werden, sollten Formulierungen, die auf Gefühle abzielen, dazu führen, dass der Gesprächspartner seine eigenen Gefühle reflektiert. „Sie möchten gerne XY, bedenken Sie dabei, dass …“. So öffnet sich der Gesprächspartner oftmals für neue Argumente, weil er seine eigene Haltung reflexiv überdenkt. Und genau darin besteht die Kunst der Diplomatie: Die Wirkung der eigenen Worte kennen und den Gesprächspartner ebenfalls zu einem reflektierten Gespräch anregen, um so eine Einigung zu finden, die Vorteile für beide Seiten bringt.

© Stéphane Etrillard, 2010

Hör-Tipp zum Vertiefen:

Weitere Informationen zum Thema Konfliktbewältigung finden Sie im Audio-Coaching-Programm von Stéphane Etrillard Rhetorik für Professionals 1, Souveräne Gesprächsführung in Gesprächen, Diskussionen und Verhandlungen. In diesen 6 Audio-Coachings erhalten Sie wichtige Impulse für eine professionelle Gesprächsführung im Berufsalltag.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit



Offene Seminare mit Stéphane Etrillard: Diplomatietraining aus der Praxis für die Praxis

20. August 2010 Posted by | Allgemein | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Souveränitätstraining: Gratis-Buch 13 Impulse für mehr Souveränität

Stéphane Etrillard

Nun ist mein E-Book  13 Impulse für mehr Souveränität überarbeitet und erscheint in der 2. Auflage. Es ist bewusst kostenfrei und die Verbreitung an Freunde und Kollegen ist ausdrücklich erlaubt.

Kostenfreier Download hier

Dieses E-Book beinhaltet aktuelle Fachartikel, die zunächst exklusiv für Zeitschriften und andere Publikationen geschrieben wurden und hier nun kostenfrei als Quelle der Inspiration für ein souveränes und damit erfolgreicheres Auftreten zur Verfügung gestellt werden. Gerade der Erfolg im Beruf ist eng mit kommunikativen Fähigkeiten verwoben, doch zielorientiert miteinander zu reden und sich effektiv zu verständigen, ist längst nicht so einfach, wie es zunächst erscheinen mag. Wir alle werden tagtäglich bei sämtlichen zwischenmenschlichen Beziehungen auch mit Kommunikationsproblemen konfrontiert, insbesondere auch im Beruf. Einerseits besteht die Schwierigkeit, genau zu formulieren, was wir meinen und Worte zu finden, die den Gesprächspartner überzeugen – außerdem gilt es, auch unser Gegenüber richtig zu verstehen.

Wer das eine ebenso wie das andere beherrscht, wer also in der Lage ist, andere mit Worten zu überzeugen, sich gegen abweichende Meinungen zu behaupten und dabei die Gesprächspartner zutreffend einzuschätzen kann, wird als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen und kann damit auch hohen Anforderungen souverän entgegentreten.

E-Book von Stéphane Etrillard kostenfrei downloaden (2. Auflage)

13 Impulse für mehr Souveränität

Stéphane Etrillard

Seine Rhetorikseminare bietet Rhetorikcoach Stéphane Etrillard schwerpunktmäßig in Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, München, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf und Köln an. Auf Anfrage von Firmenkunden werden die Rhetoriktrainings von Rhetoriktrainer Stéphane Etrillard als Inhouse-Seminare überall angeboten in  Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (NRW), Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen.

Aktuelle offene Seminare mit Stéphane Etrillard

Anfragen zu den Inhouse Rhetorikseminaren und Dialektikseminaren von Rhetoriktrainer Stéphane Etrillard bitte per E-Mail senden an:
info@etrillard.com

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16. Mai 2010 Posted by | Allgemein | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Souveränitätstraining: die Bedeutung von Selbst- und Fremdbild

Stéphane Etrillard

Der Mensch, ganz gleichgültig, wie die spezifischen Rahmenbedingungen konstituiert sind, ist grundsätzlich nicht statisch. Eigenschaften, Verhaltens- und Denkweisen des Menschen manifestieren sich über längere Zeiträume, daher lassen sich diese auch nur schwer wieder verändern. Es erfordert immer Mut, Selbsterkenntnis, Beharrlichkeit und natürlich eine innere Bereitschaft, um größere Veränderungen einzuleiten und statische Zustände aufzulösen.

von Stéphane Etrillard, Management Institute SECS  www.etrillard.com

Der auf der einen Seite vorhandene Drang zur Veränderung steht dabei im ständigen Widerstreit mit dem gleichzeitigen Hang zur Bequemlichkeit, der anstehende Veränderungen so oft determiniert. Wenn wir nicht selbst und dabei ganz bewusst in den Prozess der Persönlichkeitsentfaltung eingreifen, heißt dies immer, dass äußere Einflüsse die Oberhand gewinnen und schließlich die eigene Persönlichkeit verdecken oder sogar dominieren. – Abhilfe kann hier allein ein bewusster, langfristig angelegter Prozess der Wandlung schaffen, verbunden mit der Erkenntnis, dass sich Souveränität nicht aus dem Stegreif hervorzaubern und auch nicht erzwingen lässt: Die Entfaltung einer souveränen Persönlichkeit braucht Zeit, nicht selten viel Zeit, was auch erklärt, dass Menschen, die wahre Souveränität besitzen, zumeist bereits ein gewisses Alter erreicht haben.

Eile und alle hektischen Sofortmaßnahmen sind hier wenig hilfreich, gefragt ist vielmehr eine Entscheidung, die auf innerer Ruhe basiert, nichts überstürzen will und daher umso langfristiger wirksam bleiben kann. Doch kaum geht es um Zeit, die schließlich immer knapp bemessen ist, laufen viele Menschen in eine altbekannte Falle: Fast jeder glaubt, keine zu haben. Daraus resultiert ein verbreiteter Irrtum, nämlich dass jene Zeit, die wir für uns selber beanspruchen, an anderer Stelle fehlt. Dass dies keineswegs so ist, zeigen bspw. die oft verblüffend effektiven Erfahrungen, die viele Menschen im Berufsleben mit Seminaren zum Zeit-Management machen konnten. Hier muss zunächst einmal Zeit investiert werden, damit sich schließlich ein wesentlich effektiverer Umgang mit der eigenen Zeiteinteilung einstellen kann. Als Folge lässt sich die eigene Zeit meist viel sinnvoller nutzen, wodurch parallel etliche Stressfaktoren verschwinden, was zudem die eigene Zufriedenheit oft entscheidend erhöht.

„Die Zeit verlängert sich für alle, die sie zu nutzen verstehen.“
Leonardo da Vinci

Jeder Mensch wird letztendlich von der Zeit profitieren, die er sich für sich selbst nimmt. Denn oft ist uns nicht einmal bewusst, was uns persönlich das Wichtigste im Leben ist, welches wirklich unsere Talente, Vorlieben oder Abneigungen sind – geschweige denn, warum wir bestimmte Dinge tun, andere dagegen nicht. Eine eingehende Auseinandersetzung mit sich selbst gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen, um souverän leben und agieren zu können. Ein Mensch, der sich selbst nicht kennt, kann keine Souveränität erreichen. Der tiefe Blick auf das eigene Dasein benötigt dabei immer angemessene Zeiträume, allein schon deshalb, weil sich ein klares Bild erst nach kontinuierlicher Betrachtung der eigenen Lebensbedingungen herauskristallisieren kann. Sich mit der eigenen Person zu beschäftigen, ist also alles andere als, wie zuweilen fälschlicherweise angenommen wird, eitle Selbstfixierung oder gar Zeitvergeudung – es ist schlichtweg notwendig, sofern das Ziel Souveränität heißt.

Bei der Selbstbetrachtung ist natürlich auch Vorsicht angezeigt, zu schnell dreht man sich im Kreis und endet doch wieder nur in der Stagnation. Sinnvoll ist das Studium des eigenen Lebens vor allem dann, wenn es frei von Selbsttäuschungsmanövern und also wirklich ehrlich ist. Schnell ist man geneigt, nur jene Aspekte zu fokussieren, von denen wir ohnehin glauben, dass hier alles im grünen Bereich liegt. Darum geht es hier nicht. Das Ziel ist ein Blick auf das Wesentliche, das sich nur zu oft hinter den profanen Äußerlichkeiten verbirgt.

Der souveräne Mensch ist sich seines eigenen Wertes bewusst, vermag es jedoch auch, sich selbst kritisch zu betrachten. Ein Istzustand kann zwar durchaus gut und für den Moment befriedigend, jedoch kaum ein erstrebenswerter Endzustand sein. Der Mensch ist also immer wieder gefordert, einer Stagnation zu entfliehen und sich für Veränderungen zu öffnen. Es ist so einfach, wie es klingt: Ohne die Bereitschaft für Veränderungen wird sich auch niemals etwas ändern. Und um Veränderungen möglich zu machen, gilt es, die individuellen Lebensumstände zu erkennen, sie regelmäßig infrage zu stellen, um schließlich selbst damit beginnen zu können, notwendige Veränderungen einzuleiten. – Mithilfe einer sehr effektiven Methode lässt sich präzise ausleuchten, an welcher Stelle Widersprüche in das eigene Leben treten.

Ein Abgleich von Selbst- und Fremdbild legt Diskrepanzen hinsichtlich der eigenen Persönlichkeit offen und zeigt, wo Veränderungen notwendig sind.

So wie wir uns eine Meinung zumindest von allen uns nahe stehenden Menschen bilden, entwickeln wir auch ein Bild von uns selbst. Allerdings ist dieses Selbstbild oft nur wenig objektiv und zuweilen etwas verschwommen. Einen ungetrübten Blick auf das eigene Dasein zu werfen, fällt vielen Menschen erheblich schwerer als eine distanzierte Bewertung der Eigenarten und Verhaltensweisen anderer Personen. – Auch wenn es unsere gesamte Existenz angeht, scheuen wir uns doch davor, Fragen von der Art zu stellen, ob wir mit unserem eigenen Leben überhaupt zufrieden sind. Und wenn wir schließlich doch einmal bereit sind, eine Begegnung mit den Facetten der eigenen Persönlichkeit zu riskieren, heißt dies noch lange nicht, dass wir bei der Beantwortung solcher Fragen uns selbst gegenüber auch wirklich ehrlich sind. So schonungslos wir mit unseren Urteilen über andere Menschen oft dabei sind, so zimperlich sind wir, wenn es um uns selbst geht. Der Weg zur Selbsterkenntnis ist zwar mit entsprechenden Vorsätzen gepflastert, nimmt jedoch schnell ein frühes Ende, wenn unbequeme Hürden auftauchen.

Manches wollen wir einfach gar nicht genau wissen, anderes lässt sich – zumindest vorübergehend – nur zu gut vom Tisch wischen; Dinge, die das eigene Leben betreffen, werden zur Lappalie degradiert, für die sich die Mühe nicht lohnt, wofür gerade mal wieder keine Zeit ist. Man gibt sich selbstzufrieden und meint, dass schon alles in Ordnung sei. Dahinter steckt letztlich die Angst und das Unbehagen, sich mit dem eigenen Selbst eingehend zu konfrontieren, was schließlich die unbewusst als bedrohlich eingestufte Folge haben könnte, dass Veränderungen erforderlich werden. Ohne es zu merken, flüchten wir uns also in eine aufgesetzte Realität, die womöglich eine verfälschte ist und auch nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmt, die von anderen wahrgenommen wird.

Der Blick auf unser Selbst

Wer es wagt, sich ein authentisches Selbstbild zusammenzusetzen, geht damit immer einen wichtigen Schritt in Richtung einer reifen und also mündigen Persönlichkeit. Obwohl sich ein stimmiges Selbstbild nur dann ergeben kann, wenn auch vor eigenen Defiziten nicht Halt gemacht wird, gibt es immer auch viel Gutes zu entdecken. Wer genau hinsieht, wird längst nicht nur auf Schwächen und Unzulänglichkeiten, sondern immer auch auf Stärken und Potenziale stoßen. Das eine ist so wichtig wie das andere, weil das individuelle Selbstbild eindeutig das Verhalten des Menschen mitbestimmt. Die eigene Wahrnehmung wird immer auch vom Selbstbild gesteuert, weil sich hier die Gesamtheit unserer Überzeugungen versammelt. Und die Beurteilung von Ereignissen und Handlungen hängt weniger von den Dingen selbst ab, sondern vielmehr davon, wie wir sie wahrnehmen – also abermals von unserem Selbstbild. Ein verschwommenes, unausgewogenes Selbstbild führt demnach dazu, dass sich uns die Realität anders darstellt, als sie tatsächlich ist. Damit werden unser Handlungsspielraum und das Vermögen eingeschränkt, selbstbestimmt in das eigene Leben einzugreifen.

Das Selbstbild ist ein Spiegel der Selbstwahrnehmung und des Selbstwertgefühls – besteht hier ein Manko, entsteht eine Diskrepanz zwischen Selbstbild und Realität.

Es geht also um eine Reflexion der eigenen Person mitsamt den prägenden Einflussfaktoren sowie um eine korrekte Einschätzung des Selbstwertes. Das Selbstbild ist weder angeboren, noch entsteht es von alleine. Es wächst aus Kontakten zu anderen Menschen, den eigenen Erfahrungen und sämtlichen relevanten Umwelteinflüssen – in Verbindung mit dem Fremdbild gibt es dem Menschen seine Identität. Der Prozess der Identitätsentwicklung ist ein kontinuierlicher, der niemals abgeschlossen ist. Allerdings hinkt das Selbstbild hierbei immer etwas hinterher: Werden neue bedeutende Lebenserfahrungen gesammelt, dauert es eine Zeit, bis das Selbstbild auf den neuesten Stand gebracht worden ist. Die Psychologie beschreibt diesen Prozess als Selbstaktualisierung. Und wer sich fortwährend selbst aktualisiert, ist in dem glücklichen Zustand, dem wahren Selbst sehr nahe zu kommen; erst hierdurch kann sich die eigene Persönlichkeit frei und mündig entwickeln. Doch bedarf es hierfür eines Klimas der Offenheit für die inneren Vorgänge. Der Mensch hat dabei jedoch gegen Widerstände zu kämpfen. Wenn eine sich selbst reflektierende Person beginnt, eine neue Facette ihres Wesens zu erahnen, lehnt sie sie häufig zuerst ab.

Hierzu Carl R. Rogers:

Erst wenn [der Mensch] einen solchen bislang verleugneten Aspekt seines Wesens in einem aufnahmebereiten Klima erlebt, ist er in der Lage, ihn als vorläufigen Teil seines Selbst zu akzeptieren.  Um ein stimmiges Selbstbild zu erhalten, benötigen wir also eine innere Offenheit, die nur daraus wachsen kann, wenn eine echte Bereitschaft zur Selbsterkenntnis vorhanden ist. Wer sich wirklich analytisch selbst beobachtet, wird dabei feststellen, dass bereits die Art der Betrachtungsweise vom Selbstbild bestimmt wird. Derjenige, der für sein Inneres ohnehin aufgeschlossen ist, hat es demnach leichter, ein stimmiges Selbstbild zu generieren, als ein anderer, der sich bislang vor dem Kern des eigenen Daseins verschlossen hat.

Ein authentisches Selbstbild ergibt sich, wenn wir uns die wesentlichen Fragen zu unserem eigenen Leben stellen (und diese ehrlich und reflektiert beantworten):

  • Wer bin ich, und was macht meine Persönlichkeit aus?
  • Was erwarte ich von meinem Leben?
  • Was kann ich, was kann ich nicht?
  • Welche Dinge sind mir wirklich wichtig?

Mit der Beantwortung dieser Fragen allein ist es nicht getan, doch ist hiermit die Richtung vorgegeben. Weil die individuellen Lebensumstände so facettenreich sind, kommen natürlich weitere Fragen hinzu. Diese sind letztlich konkretere Varianten der oben genannten Fragestellungen. Hierbei gibt es kein allgemein gültiges Schema, das stur zu befolgen ist – eben weil es um Selbsterkenntnis geht, ist jeder Mensch gefordert, die für ihn relevanten Punkte selbst zu formulieren. Immer sollten dabei die folgenden fünf Fragenkomplexe berücksichtigt werden:

1.    Charakterzüge, Eigenarten und Persönlichkeitsmerkmale

Beispielsweise:

  • Welche Dinge machen mir große Freude?
  • Was bereitet mir Unbehagen?
  • Welche Eigenschaften mag ich an mir selbst, welche nicht?
  • Wie gehe ich mit Problemen und Widerständen um?
  • Welche Lebensumstände sind besonders prägend für meine Persönlichkeit?

2.    Lebensplanung, Wünsche, Träume, Erwartungen

Beispielsweise:

  • Bin ich mit meinem Leben überhaupt zufrieden?
  • Welches sind meine Träume, Visionen, Hoffnungen und Erwartungen?
  • Was sind meine größten Befürchtungen?
  • Welche Dinge will ich unbedingt noch erreichen?
  • Was soll sich in meinem Leben unbedingt ändern?

3.    Umgang mit anderen Menschen

Beispielsweise:

  • Bin ich offen für den Kontakt mit anderen Menschen?
  • Schenkt man mir Vertrauen, kann ich anderen vertrauen?
  • Kann ich auf die Belange und Bedürfnisse anderer eingehen?
  • Bin ich aufrichtig im Umgang mit anderen Menschen?
  • Bin ich tolerant, kann ich andere Meinungen akzeptieren?

4.    Privates Verhalten, Partnerschaften

Beispielsweise:

  • Welche Bedeutung hat mein Privatleben für mich?
  • Entspricht mein Privatleben/meine Partnerschaft meinen Erwartungen?
  • Woran sind frühere Beziehungen wirklich gescheitert?
  • Bin ich bereit, auf die Bedürfnisse meines Umfeldes einzugehen?
  • Auf welche Art löse ich Konflikte und Probleme?

5.    Beruflicher Kontext

Beispielsweise:

  • Macht mir meine Arbeit/mein Beruf Freude?
  • Welches sind meine besonderen Qualifikationen?
  • Wie wichtig ist mir meine Karriere?
  • Was denke ich über die Qualität meiner Arbeit?
  • Wie ist das Verhältnis zu meinen Kollegen/Mitarbeitern?

Die hier vorgeschlagenen Fragestellungen sind nur als Anregung zu verstehen. Wer es ernst damit meint, der eigenen Persönlichkeit auf den Grund zu gehen, wird auch die individuell relevanten Fragen finden. Sowohl das Finden der richtigen Fragen als auch die Reflexion der jeweiligen Komplexe benötigt immer ausreichend Zeit und kann nicht nebenbei stattfinden, es geht schließlich um die Ermittlung der eigenen Persönlichkeitsstruktur. Daher ist es angemessen, die Fragen niederzuschreiben und auch die Antworten schriftlich festzuhalten.

Auf diese Weise erhält der Vorgang eine größere Prägnanz und höhere Genauigkeit, zudem lässt sich die Selbstreflexion so nach einiger Zeit nochmals hinsichtlich ihrer Stimmigkeit überprüfen. Das Ziel kann nur ein sehr ehrliches und tatsächlich zutreffendes Selbstbild sein. Vage gehaltene Bereiche, kaschierte oder halbherzige Antworten helfen hier nicht weiter.

Auch wenn es gelungen ist, ein authentisches und durchaus präzise erscheinendes Selbstbild zu zeichnen, bleibt dies doch nur ein Ausschnitt unseres Selbst. Der Blick auf einige Elemente der eigenen Persönlichkeit ist für uns selbst nur schwer zugänglich. Daher ist die Beachtung und Einbeziehung des Fremdbildes dringend erforderlich.

Die Einbeziehung äußerer Sichtweisen

Ein Blick von der anderen Seite ist oft aufschlussreicher, meist auch schonungsloser als der eigene. Das Leben ist schließlich nicht in sich zentriert, sondern wird in erheblichem Maße durch die Wahrnehmung der Außenwelt bestimmt. – Beispielsweise in der Parodie oder der Karikatur zeigt sich das Phänomen, dass es einem außen stehenden guten Beobachter meist sehr schnell gelingt, eine Person durch eindeutige und auffällige Merkmale zu charakterisieren. Das Besondere ist hierbei: Die parodierte Person wusste bislang oft gar nicht, dass sich die (so zutreffend persiflierten) Merkmale und Eigenarten für die Außenwelt so markant offenbaren. Und für alle in der Öffentlichkeit stehenden Personen ist die allgemeine Wahrnehmung und Akzeptanz zwangsläufig sehr wichtig. Daher gibt es immer wieder Fälle, bei denen es sich sehr gut beobachten lässt, ob sich Selbstbild und Fremdbild im Einklang befinden.

Ein gutes Beispiel gibt hier der Managementbereich. Die rein fachliche Kompetenz deutscher Top-Manager steht in den meisten Fällen völlig außer Zweifel. Dennoch lassen sich hier immer wieder Defizite im Bereich der Kommunikation beobachten. Und oft sind sich die Manager gar nicht oder nur kaum bewusst, worin konkret die Schwierigkeiten bestehen. Erst wenn Kommunikationsprobleme oder peinliche Ausrutscher über der Presse an die Öffentlichkeit gelangen, gehen die Aspiranten mit aller Gewalt daran, ihr Image nachträglich aufzupolieren. Mit energischer Verbissenheit werden dann im Schnelldurchgang Rhetorik-Programme absolviert. Nur manchmal ist das Ergebnis noch immer nicht befriedigend: Es hat sich zwar ein besseres rhetorisches Gespür ausgebildet, doch verläuft die Kommunikation noch immer gestelzt. sie wirkt sogar spürbar verkrampft und merkwürdig gezwungen. Solche Fälle zeigen sehr anschaulich, dass zwar am äußerlich sicht- bzw. hörbaren Problem gearbeitet wurde, während die eigentliche Ursache der Probleme unberücksichtigt geblieben ist. – Rhetorikkurse und Kommunikationstrainings sind immer eine sehr wertvolle Hilfe, doch können sie ihre positive Wirkung nur dann voll entfalten, wenn parallel zur rein fachlichen Schulung auch eine Selbstreflexion einsetzt. Wer durch Trainingsprogramme Defizite kaschieren will, dabei jedoch vergisst, Selbst- und Fremdbild einzubeziehen, wird weiterhin mit einem Authentizitätsmangel geschlagen sein. Das Resultat kann so nicht überzeugen. Zuweilen führt es sogar dazu, dass die ursprüngliche Probleme noch stärker hervortreten. Zwar ist ein eindeutiger Wille auszumachen, Abhilfe zu schaffen, nur ist die Wahl der Mittel zu einseitig. Ein Top-Manager, der in der Öffentlichkeit gut dastehen will, wird mit Fleiß alleine nicht viel erreichen, solange die Bereitschaft zur Selbstreflexion fehlt. Ein stimmiges Selbstbild, frei von Irrtümern bei der Selbsteinschätzung, ist eine Grundbedingung, um sich, die eigene Persönlichkeit und alle inhaltlichen Botschaften erfolgreich zu transportieren.

Jedes Fremdbild ist jedoch immer nur die subjektive Sichtweise eines anderen. Um ein vollständiges Bild des eigenen Selbst zu erhalten, benötigen wir die Fremdbilder mehrerer Personen und haben dann noch die Aufgabe, das jeweils Wesentliche herauszufiltern und mit dem Selbstbild abzugleichen. Ein Fremdbild als Ganzes zu erhalten, ist immer eine etwas heikle Aufgabe, denn: Ohne andere Menschen geht es nicht. Der Suchende muss also zunächst über seinen eigenen Schatten springen, und bereit werden, andere nach den ihn selbst betreffenden Dingen zu befragen. Hierfür eignet sich nun natürlich nicht jede x-beliebige Person.

Infrage kommen ausschließlich sorgfältig ausgewählte Menschen, die uns gut und möglichst lange kennen und die zudem drei weitere Voraussetzungen erfüllen:

  1. Es sollte ein gegenseitiges tiefes Vertrauensverhältnis bestehen.
  2. Nur solche Personen kommen in Betracht, denen wir ein differenziertes Urteil zutrauen.
  3. Immer sollte es sich um Menschen handeln, mit denen ein wirklich offenes und konzentriertes Gespräch, frei von Allgemeinplätzen, Klischees und Ausweichmanövern, möglich ist.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können wir ohne Scheu an die Sache herangehen und ohne Umschweife danach fragen, welches Bild man sich von uns macht, wie wir wirken und welche Eigenschaften besonders auffallend sind. Gute Freunde, Partner oder nahe stehende Familienmitglieder sind zudem oft in der Lage, uns nicht nur zu berichten, was unsere ganz individuellen Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen sind, sie können uns manchmal zusätzlich sehr analytische Anhaltspunkte geben, warum sich diese oder jene Dinge derart gestalten.

Die einzelnen Fragen bei diesen Gesprächen können sich gut an den bereits zusammengetragenen Fragen zum Selbstbild orientieren, schließlich geht es um dieselbe Sache – nur diesmal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Hierbei ist man allerdings schnell versucht, lediglich diese Fragen und Aspekte ins Visier zu nehmen, bei denen man sich selbst unsicher hinsichtlich der Einschätzung des Gegenübers ist. Dies wäre ein Fehler, denn oftmals treten die wichtigsten Erkenntnisse genau an den Stellen auf, bei denen wir meinen, das durch uns hervorgerufene Fremdbild ziemlich genau zu kennen. Doch gerade in den Bereichen, wo wir uns sehr sicher wähnen, treten häufig die größten Überraschungen auf. Und es ist immer sehr aufschlussreich, wenn wir feststellen, dass eben dies, was wir für selbstverständlich und obligatorisch halten, plötzlich gar nicht der realen Wahrnehmung anderer entspricht. Eben deshalb sollte immer auch nach solchen Dingen gefragt werden, bei denen wir uns sicher wähnen, die Antwort eigentlich schon zu kennen. – Und nicht selten ist es hierbei der Fall, dass sich auch sehr angenehme Überraschungen einstellen: Was wir uns selbst als Schwachpunkt ankreiden, was wir skeptisch und mit Argwohn wahrnehmen, wird von anderen nicht selten als Stärke oder besonders liebenswerter Aspekt betrachtet.

Neben der ausdrücklichen Befragung von mehreren Vertrauenspersonen können wir das Fremdbild weiter vervollständigen, indem wir aufmerksam auf die Reaktionen unserer Mitmenschen – sei es im beruflichen oder im privaten Kontext – achten. Wer mit wacher Wahrnehmung auf die Reaktionen des Umfeldes achtet, erhält hierbei fortwährend Hinweise darüber, wie die eigene Person von anderen eingeschätzt wird. Besonders beachtenswert sind dabei solche Momente, in denen die Menschen im Umfeld anders reagieren, als wir es eigentlich erwartet haben. Die Ursache für derartige Fehleinschätzungen liegt oft darin begründet, dass das Selbstbild nicht mit dem Fremdbild korrespondiert. Das Verhalten und die Reaktionen des Umfeldes, gerade wenn es unerwartete sind, liefern also immer Indizien für eine mögliche Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdbild.

Durch eine geschulte Wahrnehmung in Verbindung mir der gezielten Befragung lässt sich meist klar erkennen, inwieweit wir zur Selbstreflexion in der Lage sind und welches Gesamtbild sich ergibt, wenn wir das Selbstbild dem ermittelten Fremdbild gegenüber stellen. – Eine völlige und absolute Deckungsgleichheit lässt hierbei sicher niemals erreichen, ein zu großes Ungleichgewicht ist jedoch grundsätzlich eine Hürde auf dem Weg hin zu einer souveränen Persönlichkeit. Die Bilder unserer Persönlichkeit sollten einander immer weitgehend entsprechen; ist das nicht der Fall, zeigt dies unmissverständlich, dass wir uns mit unserer Persönlichkeit nicht im Einklang befinden. Wer die Erfahrung einer größeren Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdbild macht, braucht die Flinte jedoch nicht ins Korn zu werfen. Schließlich ist man bereits so weit gegangen, sich überhaupt einmal mit der Sachlage zu konfrontieren (was nur die wenigsten Menschen in Angriff nehmen). Hierdurch werden wertvolle Einsichten gewonnen, denn nun erst sind wir in der Lage, den Ursachen nachzuspüren, um dadurch Veränderungen in Gang zu setzen. Mit der Erforschung von Selbst- und Fremdbild kommt immer ein sehr persönlicher Prozess in Gang. Und eben darauf kommt es an: Sich überhaupt mit sich selbst auseinander zu setzen. Nicht das Fremdbild als solches ist entscheidend, sondern die Reflexion, die sich aus der Betrachtung des Fremdbildes ergibt; ebenso ist das entworfene Selbstbild nicht als finales Resultat zu verstehen, vielmehr geht es um die reflexive und kontinuierliche Beobachtung der eigenen Persönlichkeitsstruktur. – Dadurch können wir das eigene Selbst und die jeweiligen Lebensbedingungen hinterfragen und womöglich längst überfällige Veränderungsprozesse in Angriff nehmen. Die Ermittlung und der Abgleich von Selbst- und Fremdbild können dabei entscheidende Schritte in Richtung Selbstbestimmung sein. Und nur mit einer möglichst bewussten und umfassenden Selbstbestimmung, als eine der wichtigsten Voraussetzungen, ist Souveränität überhaupt erst denkbar.

© Stéphane Etrillard 2010 www.etrillard.com

Stéphane Etrillard zählt zu den Top-Wirtschaftstrainern und Coaches. Er gilt als führender europäischer Experte zum Thema „persönliche Souveränität”. Bei Entscheidern und Führungskräften ist er als Ratgeber und „Trainer der neuen Generation” gesucht und bekannt. Als Coach und Autor genießt er einen hervorragenden Ruf. Mit seinen offenen Seminaren im Bereich Rhetorik und Dialektik sowie Selbst-PR verhilft er seinen Teilnehmern zu mehr Souveränität in allen Lebenslagen.

Lesetipp: Prinzip Souveränität von Stéphane Etrillard


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16. Mai 2010 Posted by | Allgemein | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Argumentationstraining: souveräne Dialektik und Körpersprache

Überzeugungskraft in Gesprächen und Diskussionen durch ein Rhetoriktraining in Kleingruppen

Stéphane Etrillard


Die souveräne und überzeugende Wirkung Ihrer Persönlichkeit gehört zu den effektivsten Erfolgsfaktoren im Berufsleben. Gespräche, Diskussionen und Verhandlungen, in denen Souveränität und Überzeugungskraft gefragt sind, sind aus dem Arbeitsalltag nicht wegzudenken. Die gezielte Anwendung einer souveränen Dialektik und der bewusste Einsatz einer authentischen Körpersprache sind zwei der wirkungsvollsten Instrumente, die Ihnen dabei zur Verfügung stehen. In meinem Seminar „Souveräne Dialektik und Körpersprache“ können Sie ganz gezielt die Handhabung dieser Instrumente trainieren und damit Ihre persönliche Überzeugungskraft in Gesprächen, Diskussionen, Meetings und Verhandlungen deutlich steigern.

Ihr persönlicher Gewinn:

  • Sie verbessern nachhaltig Ihre kommunikativen Fähigkeiten.
  • Sie beherrschen praxisbewährte Methoden der effektiven Gesprächsführung.
  • Sie überzeugen mit bestechenden Argumenten und einer gekonnten Dialektik.
  • Mithilfe einer partnerorientierten Kommunikation erzielen Sie deutlich bessere Gesprächsergebnisse.
  • Sie meistern auch kritische Verhandlungen oder schwierige Gespräche.
  • Sie verwirklichen konsequent Ihre Gesprächsziele und erhöhen Ihre Erfolgsrate in Gesprächen und Verhandlungen.
  • Mit Ihrer Körpersprache unterstützen Sie die positive und überzeugende Wirkung Ihres Auftritts.
  • Grenzsituationen meistern Sie intelligent und schlagfertig.

Das Seminar „Souveräne Dialektik und Körpersprache“ ist mein Angebot an Sie, intensiv über Ihre persönliche Souveränität und Überzeugungskraft zu reflektieren, praxiserprobte Methoden und Techniken zu trainieren und neue kommunikative Verhaltensweisen direkt auszuprobieren. Das Ziel ist die Optimierung Ihrer persönlichen Wirkung – im Einklang mit Ihrer authentischen Persönlichkeit. Denn nur die Veränderungen, die mit einer echten persönlichen Weiterentwicklung einhergehen, sind von Dauer und versprechen nachhaltigen Erfolg.

Die intensiven und praxisnahen Übungen, die streng limitierte Teilnehmerzahl (max 6 Teilnehmer), das individuelle Feedback und Ihre aktive Mitarbeit prägen den Charakter dieses Seminars, von dem Sie dauerhaft profitieren werden.

Herzlichst

Ihr

Stéphane Etrillard

Weitere Informationen zum Seminar sowie Seminartermine und Anmeldemöglichkeit

Stéphane Etrillard

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Souveränität und Erfolg: eine Entscheidungsfrage

Stéphane Etrillard

Natürlich ist es legitim, sich mit seiner aktuellen beruflichen Situation zufriedenzugeben, und oft gibt es auch allen Grund dazu. Nicht selten ist jedoch noch mehr drin – und zwar sowohl für denjenigen, der schon viel erreicht hat, als auch für den, der noch längst nicht am Ziel angekommen ist. Das Zauberwort heißt in beiden Fällen Souveränität.

von Stéphane Etrillard, Management Institute SECS  www.etrillard.com

Wo und in welcher Branche auch immer Sie arbeiten. Wenn Sie sich in Ihrem Unternehmen aufmerksam umschauen, werden Sie bestimmt eines feststellen: Nicht nur das Ansehen, das ein Kollege in der Firma genießt, sondern eben auch die Aufstiegchancen und selbst die Gehälter hängen entscheidend von der persönlichen Ausstrahlung ab. Damit ist nicht allein gemeint, ob ein Mensch einfach ein smartes Erscheinungsbild abgibt. Vielmehr kommt es im Beruf darauf an, Sicherheit und Kompetenz ausstrahlen – insbesondere auch in schwierigen Situationen oder wenn sich die Ereignisse überstürzen und Entscheidungen gefragt sind.

Ob nun im Gespräch, bei Präsentationen und Verhandlungen oder einfach im Alltagsgeschehen: Wer einen souveränen Auftritt aufs Parkett legt, strahlt Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit aus und überzeugt schon durch die Art und Weise, wie er an Aufgaben herangeht und sie schließlich meistert. Dass dies im Berufsleben etliche Vorteile mit sich bringt, ist naheliegend. Denn persönliche Souveränität signalisiert, dass Sie sich selbst und andere zuverlässig ans Ziel bringen, auch durch stürmische Zeiten. Und genau das zahlt sich aus, häufig sogar in barer Münze. Deshalb lohnt es jederzeit, die persönlichen Kompetenzen auszubauen und zu stärken.

Persönlichkeit statt Perfektion

Um jedoch gleich mit einem Missverständnis aufzuräumen: Souveränität bedeutet eben nicht, eine Art Supermann-Dasein zu führen, es allen recht zu machen und jederzeit perfekt zu sein. Sogar das Gegenteil kann der Fall sein. Dafür ein Beispiel: Im Unternehmen ist eine Sache gründlich schiefgelaufen. Der verantwortliche Abteilungsleiter hat nun zwei Möglichkeiten. Gegenüber seinen Vorgesetzen und dem betroffenen Kunden kann er die Verantwortung auf seine Mitarbeiter abwälzen und sich so aus der Affäre ziehen. Er kann seinen Fehler jedoch auch eingestehen, die volle Verantwortung übernehmen und außerdem schnellstmöglich für Nachbesserung sorgen. Welche dieser beiden Varianten nun die souveräne ist, dürfte keine Frage sein. – Gerade in solchen Situation zeigt sich nur zu oft, ob jemand tatsächlich souverän ist oder nur oberflächlich den Anschein erweckt.

Stellt sich also die Frage, welches die richtigen Mittel sind, um mehr Souveränität zu erhalten. Souveränität ist ein Merkmal der eigenen Persönlichkeit und als solches alles andere als unveränderbar. Wer also effektiv an seiner Persönlichkeit arbeitet, kann seinen persönlichen Souveränitätsfaktor erheblich in die Höhe treiben. Das Beispiel vom Abteilungsleiter liefert gleich mehrere Hinweise darauf, welche Aspekte besonders zählen: Ehrlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, stehen in Sachen Souveränität ganz oben auf der Hitliste.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen

Wenn Sie die Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen, heißt das, dass Sie in der Lage sind, eigenverantwortlich zu entscheiden und selbstständig zu arbeiten. Sie verlassen sich nicht einfach auf eine vordefinierte Vorgehensweise, sondern sind sich Ihrer Entscheidungen und Handlungen vollkommen bewusst. Sie können bei Bedarf die Initiative ergreifen und die Ergebnisse und Folgen Ihres Handelns abschätzen. Nur wer selbstständig und eigenverantwortlich agiert, kann bei Bedarf die ausgetretenen Wege verlassen und neue Lösungen erproben. Ehrlichkeit und Eigenverantwortlichkeit bergen zudem zwei enorme Vorteile: Um beides in die Praxis umzusetzen, bedarf es keiner Lernphase – Sie brauchen sich keine neuen Fähigkeiten anzueignen, sondern können sofort beginnen. Dadurch ist Ihnen bereits ein großer Souveränitätsschub sicher! Zweitens sind beide Aspekte eine Vorbedingung für weitere wesentliche Punkte, ohne die Souveränität schlichtweg nicht denkbar ist: Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Eine Person, die aufgesetzt und gekünstelt wirkt und die Ihnen obendrein unzuverlässig erscheint, werden Sie vermutlich für alles Mögliche halten, doch bestimmt nicht für souverän. Sobald zwischen Schein und Sein ein offensichtliches Missverhältnis besteht, geht die Authentizität verloren. Ein solcher Mensch wirkt einfach nicht echt und bestimmt nicht vertrauenerweckend, er ist also unglaubwürdig. Und Unglaubwürdigkeit ist ein denkbar schlechtes Etikett für den beruflichen Erfolg. Wem man nicht traut, mit dem wird auch niemand gern Geschäfte machen. Ein unglaubwürdiger Mensch wird es selbst mit den besten Argumenten schwer haben, andere zu überzeugen. Achten Sie daher auf alle Verhaltensweisen, die Ihre Authentizität und damit Ihre Glaubwürdigkeit infrage stellen könnten – und schon kommen Sie der Souveränität einen großen Schritt näher.

Sie haben es also selbst in der Hand, die beschriebenen Punkte umzusetzen. Hierfür brauchen Sie zunächst weder fremde Hilfe noch ein Lehrbuch (wobei beides nicht schaden kann) – es ist allein Ihre Entscheidung. Wenn Sie souveräner auftreten und die damit verbundenen Vorteile ernten wollen, dürfte die Entscheidung leicht fallen. Sie leiten damit eine ausnahmslos positive Entwicklung ein und erhöhen sofort Ihre persönlichen Erfolgsaussichten. Und wenn Sie noch einen Schritt weitergehen und in der ersten Liga in Sachen Souveränität mitspielen wollen, komplettieren Sie Ihre Entscheidung durch einen Ausbau Ihrer Kommunikationskenntnisse: In guten Fachbüchern und -artikeln finden Sie viele effektive Tipps zum Thema.

Stéphane Etrillard zählt zu den Top-Wirtschaftstrainern und Coaches. Er gilt als führender europäischer Experte zum Thema „persönliche Souveränität”. Bei Entscheidern und Führungskräften ist er als Ratgeber und „Trainer der neuen Generation” gesucht und bekannt. Als Coach und Autor genießt er einen hervorragenden Ruf. Mit seinen offenen Seminaren im Bereich Rhetorik und Dialektik sowie Selbst-PR verhilft er seinen Teilnehmern zu mehr Souveränität in allen Lebenslagen.

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15. Mai 2010 Posted by | Allgemein | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Dialektik und Kommunikation oder von der Gültigkeit antiker Grundsätze

Stéphane Etrillard

Von der Antike bis ins Mittelalter galt die Dialektik als ein unverzichtbares Fachgebiet jeder höheren Erziehung und Bildung. In unserer modernen Welt wird diese alte Kunst jedoch häufig vernachlässigt oder sie wird verfremdet genutzt, um in Gesprächen den „Gegner“ in die Enge zu treiben und verbal mattzusetzen. In der Praxis kommen heute oft nur die dialektischen Kunstgriffe zur Anwendung, während die ursprünglichen Lehrinhalte der antiken Dialektik aus dem Blickfeld geraten. Dabei sind diese heute aktueller denn je.

von Stéphane Etrillard, Management Institute SECS

In der Antike und im Mittelalter waren die sogenannten „freien Künste“ Teil einer jeden Gelehrtenausbildung. Die Wissensgebiete Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Harmonielehre und Astronomie bildeten gemeinsam die Basis einer höheren Bildung. Und noch im Mittelalter waren sie die Vorbereitung auf das eigentliche wissenschaftliche Studium an den Fakultäten der Theologie, Jurisprudenz und Medizin und wurden dort in einer eigenen Fakultät, der Facultas Artium, zusammengefasst. Diese Fakultät gilt als Vorläufer der philosophischen Fakultät, die heute ihren Platz in nahezu jeder Universität hat.

Innerhalb der „freien Künste“ nimmt eine Disziplin eine gewisse Sonderstellung ein: Es handelt sich dabei um die Dialektik. Unter Dialektik versteht man im Allgemeinen die Kunst, ein geregeltes (Streit-)Gespräch aus Rede und Gegenrede – oder eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit These und Gegenthese – zu führen, das der Erkundung der Wahrheit dient und zu einem schlüssigen Ergebnis gelangt, womit die anfänglichen Meinungsverschiedenheiten aufgelöst werden. Bei Isidor von Sevilla, einem bedeutendem Gelehrten des 6. und 7. Jahrhunderts, der das Wissen der Antike in das Mittelalter trug und maßgeblich das Selbstverständnis der mittelalterlichen Universitäten prägte, liest man dazu: Die Dialektik sei eine Disziplin, „in der erörtert wird, wie mit Bezug auf die Ursachen der Dinge oder die Sitten des Lebens die Wahrheit zu suchen ist“; und die Dialektik hilft dabei, „in schwierigsten Disputationen Wahres von Falschem zu unterscheiden“.

Mit dieser Charakterisierung wird die Dialektik im universitären Umfeld zu einer Art Grundlagenfertigkeit im Umgang mit allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen, denn sie befasst sich mit den Fragen der Erkenntnis, der Wahrheitssuche – und wird damit zur Basis jeder Wissenschaft. Dieses Verständnis etablierte sich auch in den Universitäten, und die Dialektik wurde zu einer methodischen Grundausbildung, die allen anderen wissenschaftlichen Studien vorangestellt war.

Wirft man nun heute einen Blick auf einige der unzähligen verbalen Auseinandersetzungen in der (medialen) Öffentlichkeit an, wünscht man sich häufig, dass jeder, der an öffentlichen Gesprächsrunden teilnimmt, in den Genuss einer solchen dialektischen Grundausbildung kommen sollte. Doch auch fernab von der breiten Öffentlichkeit, im Privat- und vor allem im Berufsleben wird das alte Grundwissen der Dialektik zu selten zurate gezogen. In unserer Gesellschaft, in der Kommunikation eine Schlüsselposition einnimmt, rücken die Dialektik und die Rhetorik, als angewandte Dialektik, dennoch wieder in den Vordergrund – oder sollten es zumindest. Denn immer und überall werden Gespräche oder Auseinandersetzungen geführt, und unendlich viel Zeit und Energie wird dadurch verschwendet, dass Menschen aneinander vorbeireden und schlüssige Ergebnisse von Gesprächen bzw. Auseinandersetzungen einfach ausbleiben. Die allgegenwärtigen Talkrunden in Funk und Fernsehen – ganz gleich ob zwischen hohen Politikern oder streitenden Nachbarn – sind und bleiben anschaulichstes Beispiel dafür. Wenn wir ehrlich sind, kennen wir nicht minder drastische Beispiele oft auch aus dem persönlichen Umfeld. Oft wird zwar intensiv um wahr oder falsch gestritten, dass jede erfolgreiche und also konstruktive Gesprächsführung bestimmten Regeln folgt, wird jedoch gern ignoriert. Dabei sind die Grundgedanken der Dialektik sehr einfach und einprägsam:

Die erste Regel formulierte Platon:
„Verhalte Dich nicht egozentrisch.“ – Sie lässt sich mit dem simplen Gedanken der Wechselrede konkretisieren: Die Parteien reden abwechselnd und hören einander zu. Aus dem gegenseitigen Zuhören ergibt sich eine zweite Regel: Die Parteien geben ausdrücklich an, wann sie den Ansichten der jeweils anderen Partei widersprechen. Tun sie dies nicht, gilt dieses Unterlassen als Zustimmung. So wird vermieden, dass die Beteiligten aneinander vorbeireden. Damit die Parteien einander dann überhaupt verstehen, gilt als dritte Regel: Die Gesprächspartner drücken sich klar und eindeutig aus, um Missverständnisse möglichst zu vermeiden. Und die letzte Grundregel lässt sich von Aristoteles ableiten, der sagte: „Analysiere und argumentiere logisch.“ Sprich: Widersprüche in der eigenen Argumentation oder zu dem, womit man sich bereits einverstanden gezeigt hat, sind nicht zulässig.

Wer diese vier einfachen Spielregeln beherzigt, vermindert damit sofort die Gefahr unerfreulicher und destruktiver Gesprächsverläufe. Und es zeigt sich hier auch ganz deutlich, dass Dialektik also keineswegs dazu da ist, die eigene Meinung möglichst verlustfrei durchzusetzen. Gerade unter dem Stichwort Rhetorik findet dieses Missverständnis immer noch Verbreitung. Ausgangspunkt eines „Streitgesprächs“ sind zwar meist gegensätzliche oder wenigstens unterschiedliche Meinungen, doch Ziel ist es nicht, die Meinung des Gegenübers als falsch und die eigene als richtig darzustellen – und dieser Aspekt wird in der Gesprächspraxis allzu oft vergessen. Ziel eines Gesprächs bleibt vielmehr die konstruktive Verständigung über den Gegenstand der Meinungsverschiedenheit. Es gilt, einen Ausgleich der Meinungen herzustellen, einen Konsens zu erzielen, der für beide Parteien der Wahrheit gleich kommt.

Aus diesen Grundsätzen lässt sich nun auch für unsere moderne Zeit eine Rhetorik ableiten, die nicht auf den rhetorischen Sieg bloß um des Sieges willen abzielt, sondern stattdessen ganz und gar ausgerichtet ist auf die erfolgreiche Verständigung der Gesprächspartner, die gemeinsam die Wahrheit zu ergründen suchen. Und so sind auch die Mittel der Rhetorik nicht in verbalen Finten, Spitzfindigkeiten, Vernebelungstaktiken oder Totschlagargumenten zu suchen, sondern allein in der Überzeugungskraft der persönlichen Argumentation, die sich einerseits in den schlüssigen Inhalten niederschlägt, sich andererseits auch im guten Stil der Gesprächsführung entfaltet. Denn ein Streitgespräch ist keine Kampfansage, und die eigenen Argumente sind keine „Waffen“, mit denen man den „Gegner“ bezwingt. Argumente – und genauso die Gegenargumente! – sind viel eher als Stufen auf dem gemeinsamen Weg zur Wahrheit zu betrachten. Mit jedem überzeugendem Argument nähert man sich dem Konsens, der gegenseitigen Verständigung. Mit einer solchen Art der Gesprächsführung kommt man nicht nur schneller und besser zum Ziel, sie lässt zudem auf eine stilvolle und souveräne Persönlichkeit schließen, die es nicht nötig hat, seinen Gesprächspartner mundtot zu machen. Auch dieser Aspekt ist alles andere als unerheblich, denn Gespräche, die auch in heiklen Situationen ein gewisses Niveau beibehalten, führen seltener zu unnötigen Konflikten und sind daher zu Recht als konstruktiv zu bezeichnen.

In unserer Zeit, die von der Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten und der Fülle kommunikativer Prozesse geprägt ist, ist eine Rhetorik der Überzeugungskraft letztlich die einzige Chance, sich nicht dem stetig steigenden Lärmpegel der Kommunikation zu unterwerfen und selbst immer nur noch lauter, noch bunter, noch spektakulärer zu sein in der Hoffnung, irgendwo Gehör zu finden. Die Rückbesinnung auf die sehr praktikablen Grundregeln der Dialektik leitet den Blick auf die Qualität unserer Kommunikation, auf den Erfolg unserer Gespräche, und nicht auf das Aufsehen, das sie erregen. Und der Maßstab dafür kann nur die gelungene Verständigung sein. Qualitativ hochwertige Gespräche, die effektiv und erfolgreich verlaufen, dienen nicht der Selbstdarstellung, sondern der Klärung und der Kommunikation von Inhalten. Ganz gleich, ob es sich dabei um private Auseinandersetzungen, um berufliche oder Fachgespräche handelt. Ein Gespräch, das stattdessen letztlich bloß dazu führt, dass der Gesprächspartner eingeschüchtert oder in die Ecke gedrängt seine Meinung aufgibt, ist in letzter Konsequenz immer ein unsinniges und vor allen Dingen überflüssiges Gespräch, denn in der Sache wird hier nichts geklärt. Und die Meinungsverschiedenheiten bleiben weiterhin bestehen oder steigern sich nur noch. Gerade langfristig gesehen, bleibt ein solches Gespräch ohne echtes Ergebnis und führt in der Folge sogar häufig zu Konflikten oder Missverständnissen. – Und überflüssige, ergebnislos verlaufende kommunikative Vorgänge gehören nun zu den Dingen auf der Welt, auf die wir gerne verzichten können.

Deshalb ist es wichtig, die Qualität und Effektivität von Gesprächen und Kommunikation nicht aus dem Blick zu verlieren, was bei den schier grenzenlosen Kommunikationsmöglichkeiten unserer Zeit tatsächlich zu einer reellen Gefahr geworden ist. Die aus der Antike stammenden Grundsätze der Dialektik geben uns Hinweise darauf, wie wir dieser Gefahr Einhalt gebieten können, und sie haben auch in unserer modernen Gesellschaft weiterhin ihre volle Gültigkeit. Aufmerksamkeit, Fairness, Klarheit im Ausdruck, Authentizität und schlüssige Inhalte waren damals und sind auch heute die Eckpfeiler einer überzeugenden Gesprächsführung.

© Stéphane Etrillard 2010  www.etrillard.com

Hier finden Sie die Seminare von Stéphane Etrillard zum Thema Souveränität, Rhetorik, Dialektik

Lesetipp: Gesprächsrhetorik von Stéphane Etrillard

Gesprächsrhetorik von Stéphane Etrillard

15. Mai 2010 Posted by | Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Persönliche Souveränität: Ihr Kompass in einer komplexen Welt

Stéphane Etrillard

Die eigene Persönlichkeit ist eine stabile Basis für jede Art von Erfolg. Die persönliche Souveränität ist dabei eine Konstante, die Sie zuverlässig zum Ziel führt und gerade auch in stürmischen Zeiten zum entscheidenden Vorteil wird, wenn andere bereits die Segel einziehen müssen. Deshalb lohnt es sich, die persönlichen Kompetenzen auszubauen und zu stärken. In einer komplexen Welt ist das eigene Selbst die verlässlichste Konstante und ermöglicht ein souveränes Auftreten, Entscheiden und Handeln.

von Stéphane Etrillard  www.etrillard.com

Fachlich brillant, menschlich eine Katastrophe – eine Diagnose, die in letzter Zeit gerade Führungskräfte immer häufiger attestiert bekommen. Die Häufung derartiger Feststellungen resultiert nun allerdings nicht daraus, dass soziale Kompetenzen in den letzten Jahren allgemein nachgelassen hätten. Vielmehr hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der berufliche und somit auch der wirtschaftliche Erfolg in engem Zusammenhang mit der Persönlichkeit stehen. Und das gilt längst nicht nur für Führungskräfte. Viele Unternehmen wollen und können es sich schlichtweg nicht mehr leisten, dass Mitarbeiter durch persönliche Defizite zur Belastung werden. Die Ansprüche, die an die Persönlichkeit der Mitarbeiter und insbesondere der Führungskräfte gestellt werden, steigen also zusehends, und über das berufliche Vorwärtskommen entscheiden heute längst nicht mehr nur die fachlichen Fähigkeiten und Qualifikationen.

Übrigens ist es nicht zwangsläufig so, dass die Unternehmen jetzt ihre soziale Ader entdeckt hätten – der Grund für das Umdenken lässt sich vor allem auf reine Fakten zurückführen und am Beispiel einer Führungskraft veranschaulichen: Der neue Abteilungsleiter mag eine fachliche Koryphäe sein, doch kaum hat er seine neue Position angetreten, macht sich Unmut breit. Es hagelt Beschwerden, die Fluktuation in der Abteilung nimmt zu, der Krankenstand steigt und erste Kunden springen ab. – Solche Szenarien sind keine graue Theorie, sondern gehören in der Praxis zum Alltag und sind dort nicht nur ärgerlich für alle Beteiligten, sondern schaden dem Image und kosten zudem schlichtweg Geld. Und tatsächlich scheitern Führungskräfte – inklusive des vielversprechenden Nachwuchses – in 90 Prozent der Fälle an mangelnder persönlicher Kompetenz.

Oft beginnt die Auslese allerdings nicht erst, wie im Beispiel, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist: Wer Defizite im persönlichen Auftreten zeigt, wird heute nur noch in Ausnahmefällen die Chance für den nächsten Schritt nach oben erhalten. Andersherum: Wer schon durch ein souveränes Auftreten überzeugt, setzt sich damit von der Masse ab – und Türen, die für viele andere verschlossen bleiben, werden weit geöffnet. Das gilt für alle Bereiche des (nicht nur) beruflichen Lebens, und es wäre ein Leichtes, entsprechende Beispiele sowohl für den Auszubildenden als auch für den erfahrenen Manager zu finden: Ob der Auszubildende nun übernommen wird oder der Manager einen erweiterten Verantwortungsbereich zugesprochen bekommt – in beiden Fällen wird die jeweilige Persönlichkeit eine ganz erhebliche Rolle bei der Entscheidung spielen. Und was schon mit den ersten Schritten auf der Erfolgsleiter beginnt, erhält mit jedem weiteren Schritt immer größere Bedeutung.

Der Stellenwert einer souveränen Persönlichkeit wächst insbesondere in Anbetracht der Komplexität unserer modernen Lebenswirklichkeit. Denn diese ist geprägt von Vielfalt, Unvorhersehbarkeit, Wandel, Bewegung, Vernetzung und Wechselwirkungen in immer neuen Konstellationen. Vieles ist heute – oft auf undurchschaubare Weise – miteinander verknüpft. Gerade weil sie so selten zu finden sind, stehen Aspekte wie Berechenbarkeit hoch im Kurs. Konstanten und feste Größen, die Halt und Orientierung geben, sind rar und deshalb kostbar geworden – und hierbei geht es nicht nur um abstrakte Zusammenhänge, sondern in hohem Maße auch um zwischenmenschliche Beziehungen.

Das führt geradewegs zu den Fragen: Kann man selbst etwas dazu beitragen, um als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen zu werden? Und wenn ja, was? Wie lässt sich das persönliche Auftreten optimieren?

Übernehmen Sie Verantwortung

Ja, Sie haben es selbst in der Hand, Ihre persönlichen Fähigkeiten zu nutzen und weiterzuentwickeln, um schließlich als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Bevor sich die Frage nach dem Wie stellt, geht es zunächst vor allem darum, dass Sie sich eindeutig dafür entscheiden, Optimierungen in die Wege zu leiten. Denn mit halbherzigen Ankündigungen können Sie nichts erreichen. Auf der anderen Seite haben Sie bei entschlossenem Vorgehen die Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit und mit geringem Aufwand sehr viel zu erreichen. Genau genommen müssen Sie schon nach einer sehr guten Ausrede suchen, um alles beim Status quo zu belassen und nicht das eigene Selbst und die eigene Persönlichkeit gezielt einzusetzen.

Wenn Sie also den komplexer werdenden Anforderungen selbstbewusst und zielorientiert entgegentreten wollen, setzen Sie ganz auf Ihre Persönlichkeit. Und dies beginnt mit einer kleinen, jedoch wichtigen Vorbedingung: Setzen Sie Ihr Vorhaben in die Realität um! Wer seine Vorhaben nicht bewältigt, Zielsetzungen gar nicht erst anfängt oder alles auf halbem Wege wieder abbricht, sendet die falschen Signale an seine Umgebung und seine Mitmenschen.

Lassen Sie keine Ausreden mehr gelten, sie dienen in erster Linie doch nur dem Zweck, die Verantwortung von uns weg und anderen oder den berühmten Umständen in die Schuhe zu schieben. In Wahrheit sind es nicht die schlechten Rahmenbedingungen, die misslichen Umstände, der Stress und tausend andere Dinge, die uns davon abhalten, das zu tun, was wir tun sollten und eigentlich auch tun wollen. Solche Ausreden zählen nicht, denn einen aufgeschobenen Beginn oder einen Abbruch der eigenen Vorhaben haben nur wir selbst zu verantworten. Doch wer etwas aufschiebt, verleugnet gern die eigene Verantwortung und sieht sich lieber als Opfer der ungünstigen Bedingungen, denen er machtlos ausgeliefert ist.

Eine souveräne Persönlichkeit zeichnet sich dagegen dadurch aus, dass sie sich Ziele setzt und diese auch erreicht – hierbei wird sie sich weder  von anderen manipulieren lassen noch die Eigenarten der eigenen Persönlichkeit verleugnen. Souveränität bedeutet authentisch und zuverlässig zu agieren und in der Lage zu sein, sich in andere Menschen einzufühlen. Eine souveräne Persönlichkeit kann die Tragweite der eigenen Entscheidungen und des eigenen Handelns sehr gut einschätzen und übernimmt die Verantwortung dafür.

Wie Sie sehen, sind wir bereits mittendrin in der Beantwortung der Frage, wie man selbst dazu beitragen kann, als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Der erste Schritt ist also: Übernehmen Sie selbst die Verantwortung für Ihr Handeln oder Nichthandeln und schieben Sie Versäumnisse nicht anderen in die Schuhe. – Denn jeder Mensch, der Verantwortung übernimmt, stärkt nicht nur seine persönliche Souveränität, sondern beeinflusst damit auch ganz erheblich und in positivem Sinne das Bild, das sich andere von ihm machen.

Gerade im beruflichen Umfeld ist die Bereitschaft, Verantwortung für sich selbst, für die eigene Arbeit und für das Ganze zu übernehmen, ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Denn wer Verantwortung übernimmt, arbeitet eigenständig und ist sich seines Handelns bewusst. Er verlässt sich nicht darauf, dass alles in Regeln gefasst ist, sondern bedenkt und entscheidet selbstständig, was zu tun ist, er ergreift die Initiative, macht sich Gedanken über die Ergebnisse und Folgen seines Handelns und behält auch das Miteinander im Auge. Erst Eigenverantwortlichkeit ermöglicht es, Risiken einzugehen und ausgetretene Pfade zu verlassen, um neue Lösungen zu suchen. Verantwortungsbereitschaft ist damit eine der wichtigsten Bedingungen für den eigenen beruflichen Erfolg.

Glaubwürdigkeit – der Schlüssel zur Souveränität

Wer bewusst Verantwortung übernimmt, ebnet damit zugleich den Weg für den nächsten Schritt in Richtung persönliche Souveränität. Denn nicht umsonst bedeutet Souveränität auch Unabhängigkeit. Menschen, die unabhängig und also aus sich selbst heraus entscheiden, lassen sich nicht von äußeren Bedingungen manipulieren – das verleiht ihnen ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit. Und Vertrauenswürdigkeit gehört wiederum zu den wesentlichsten Merkmalen, die souveränen Persönlichkeiten zugeschrieben werden.

Setzt man Vertrauen in Sie, geschieht das stets freiwillig. Denn niemand kann gegen seinen Willen dazu gebracht werden, jemandem sein Vertrauen zu schenken. Vertrauen will verdient werden, und man selbst muss sich des Vertrauens würdig erweisen. Schließlich geht jeder, der einem anderen vertraut, damit ein gewisses Risiko ein. Das Vertrauen eines Menschen bekommt man also nur geschenkt, wenn das damit einhergehende Risiko gegen null geht. Daher gilt es, die eigene Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen, bevor andere sich einem „anvertrauen“. Da das Vertrauen meist Bereiche betrifft, die man selbst nicht überblicken oder beeinflussen kann – das Vertrauen in das bessere Fachwissen eines anderen, in seine Ehrlichkeit, in seine besseren Handlungsmöglichkeiten und in seine Integrität –, ist die Vertrauenswürdigkeit des Gegenübers die einzige Versicherung. Und Vertrauenswürdigkeit wiederum setzt ein hohes Maß an Souveränität voraus.

Um mehr Souveränität zu entwickeln, bedarf es nun jedoch keiner mysteriösen Tricks oder besonderer Fähigkeiten. Im Vordergrund steht vielmehr die eigene Entscheidung darüber, welche Verhaltensweise wir im sozialen Miteinander an den Tag legen. – Wer auf Aspekte wie Verantwortungsbewusstsein, Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit keinen Wert legt, mag sich vielleicht auf Biegen und Brechen durchsetzen können, doch als souveräne Persönlichkeit, an der sich andere auch in stürmischen Zeiten halten können, wird er sicher nicht wahrgenommen.

Auf Dauer ist es immer wesentlich überzeugender und damit auch erfolgversprechender, an sich selbst bestimmte Wertmaßstäbe anzulegen und das eigene Handeln daran auszurichten. So bleiben Sie in Ihren Entscheidungen und Handlungen authentisch und beweisen Ihre Integrität und Verlässlichkeit. Zumindest auf lange Sicht können Sie sich damit einen deutlichen und nicht einholbaren Vorsprung vor all jenen sichern, die einzig auf schnelle, aber kurzfristige Erfolge aus sind. Im Gegensatz zum authentischen und integren Handeln wirkt jede Verhaltensweise, die im Widerspruch zum inneren Wesen eines Menschen steht, aufgesetzt, gekünstelt und erzwungen. Wo auch immer ein Missverhältnissen zwischen Schein und Sein besteht, geht dies zulasten der persönlichen Authentizität – und der Mensch wirkt unecht und unzuverlässig. Das steht den eigenen Erfolgen vehement im Wege, denn gerade ab einem bestimmten beruflichen Level riskiert heute kaum ein Unternehmen, einen unglaubwürdigen Menschen auf eine exponierte Stelle zu befördern.

Deshalb bringt es auch nichts, sich selbst hinter einer Fassade zu verstecken, die nicht zur eigenen Persönlichkeit passt. Das daraus folgende Dilemma hat Abraham Lincoln mit seinem berühmten Ausspruch auf den Punkt gebracht:

„Sie können die Menschen eine Zeitlang täuschen; Sie können sogar einige Menschen die ganze Zeit täuschen; Sie können aber nicht alle Menschen die ganze Zeit täuschen.“

Früher oder später wird also selbst das geschickteste Täuschungsmanöver aufgedeckt, was immer zu einem Reputationsverlust führt, der dann auch nicht mehr an anderer Stelle kompensiert werden kann. Gleichzeitig bergen fehlende Authentizität und der damit einhergehende Vertrauensmangel eine ganz andere Problematik, die sehr gut durch die alte Legende der Byzantinischen Generäle veranschaulicht wird.

Die Legende beschreibt ein Kommunikationsproblem zwischen den osmanischen Generälen, die im Jahr 1453 Konstantinopel belagerten. Wegen der starken Befestigung Konstantinopels war es notwendig, dass die Generäle mit ihren Truppen die Stadt aus verschiedenen Richtungen angriffen. Die Generäle konnten über Boten miteinander kommunizieren und hätten somit die Möglichkeit gehabt, sich auf eine gemeinsame Angriffszeit zu einigen, wodurch die Stadt ohne Weiteres hätte eingenommen werden können. Allerdings intrigierten einige Generäle gegen die anderen und schickten arglistig falsche Botschaften mit Fehlinformationen. Schließlich wusste keiner der Generäle mehr, welche Botschaft von welchem General nun authentisch ist und welche nicht. Keiner konnte mehr den anderen vertrauen. Die Folge war ein desaströser Fehlschlag.

Im Berufsleben geht es heute um ein ganz ähnliches Problem. Jede Form von Handel basiert immer auch auf Vertrauen, und wenn es in der einfachsten Form ist: Wer eine Ware bestellt, vertraut darauf, dass er sie erhält – wer eine Ware versendet oder eine Leistung erbringt, vertraut darauf, dass sie bezahlt wird. In der Praxis ist dieses erforderliche Vertrauensverhältnis noch ungleich komplexer, zumal der Erfolg eines Unternehmens zu großen Teilen auch von zwischenmenschlichen Faktoren innerhalb der Belegschaft abhängt. Fakt ist: Täuschungsmanöver bringen auf Dauer nur wenig ein, zumal diese früher oder später als solche entlarvt werden. Schon deswegen sind Authentizität, die Echtheit eines Menschen, seine Glaub- und Vertrauenswürdigkeit mittlerweile ein vielversprechendes Erfolgsrezept.

Wenn Sie also als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen werden wollen, empfehle ich Ihnen:

  • Übernehmen Sie ganz bewusst die Verantwortung für das eigene Handeln.
  • Vermeiden Sie alles, womit Sie Ihre persönliche Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen.
  • Stehen Sie zu Ihren Zusagen und sagen Sie im Zweifelsfall eher Nein, als eine Zusage nicht einzuhalten.
  • Nutzen Sie Gelegenheiten, bei denen Sie sich ohne Abstriche als vertrauenswürdig erweisen können.
  • Setzen Sie Ihre persönliche Macht niemals als Selbstzweck ein.
  • Gehen Sie offensiv mit eigenen Fehlern um. Oft wirkt es besonders souverän, wenn Fehler offen eingestanden und nicht unter den Teppich gekehrt werden.
  • Bleiben Sie sich selbst und Ihrem Stil treu. Verbiegen Sie sich nicht in eine Richtung, die gar nicht zu Ihnen passt. Ihre Authentizität sollte niemals verloren gehen!
  • Versuchen Sie die Dinge nicht nur aus der eigenen Perspektive zu betrachten und ziehen Sie stets Handlungsalternativen in Betracht.

Ihr Kommunikationsstil zeigt, wer Sie sind

All die genannten Aspekte zeigen sich natürlich zum einen im konkreten Handeln und zum anderen im persönlichen Kommunikationsverhalten. Persönliche Souveränität und eine ebensolche Kommunikation sind untrennbar miteinander verwoben. Das zeigt sich schon ganz generell daran, dass souveräne Persönlichkeiten nicht mit Lippenbekenntnissen um sich werfen, sondern ihren Worten auch Taten folgen lassen und zu dem stehen, was sie sagen. Wenn Sie das allgemeine Kommunikationsverhalten genauer beobachten, werden Sie feststellen, dass dies leider keineswegs die Regel ist. Allzu oft werden leichtfertig Behauptungen aufgestellt oder Ankündigungen gemacht, die sich im Nachhinein als Luftnummern entpuppen. Das gilt nicht nur für große Vorhaben, sondern zeigt sich sehr oft gerade im Kleinen: Hier wird eine Zusage nicht eingehalten, dort ein Ereignis beschönigt oder ein Patzer verschleiert und dafür ein Erfolg aufgebauscht.

Doch die Kommunikation ist der Maßstab, mit dem die Glaubwürdigkeit eines Menschen gemessen wird. Deshalb ist es mehr als empfehlenswert, sich aus Intrigen, Klatsch und Tratsch, Schuldzuweisungen und Anschwärzungen rauszuhalten. Eine Person, die Intrigen schmiedet, sich allzu oft zu unbedachten Äußerungen hinreißen und die Gerüchteküche brodeln lässt, hat zwar immer etwas zu erzählen, schadet sich letztlich jedoch vor allem selbst. Denn als vertrauenswürdige oder souveräne Person wird sie bestimmt von niemandem wahrgenommen. Häufig fehlt es ganz einfach an Courage, wenn es mit der Diskretion nicht so genau genommen wird. So kommt dann rasch ein Wort zum anderen, die Sachverhalte werden farbenfroh ausgeschmückt und mit eigenen Kommentaren gewürzt. Gerade das unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit Mitgeteilte, das „Geheime“, Private oder gar Intime scheint durch seine Exklusivität einen besonderen Reiz auszuüben. Und hier zeigt sich eben, ob jemand hinter vorgehaltener Hand mit den Neuigkeiten hausieren geht oder ihnen mit taktvoller Zurückhaltung begegnet.

Ein souveräner Kommunikationsstil beweist sich insbesondere auch beim Umgang mit Fehlern, die anderen unterlaufen sind, und mit den eigenen. In der Praxis sieht es oft so aus: Die Fehler der anderen werden im Glauben, für sich einen Vorteil herauszuholen, an die große Glocke gehängt und die eigenen im Gegenzug unter den Teppich gekehrt. Doch bringt diese Vorgehensweise in den meisten Fällen keineswegs Vorteile mit sich. Aussichtsreicher ist tatsächlich eine umgekehrte Vorgehensweise: Vermeiden Sie es, auf den Fehlern anderer unnötig lange herumzureiten. Suchen Sie stattdessen nach Lösungen, um eine Korrektur einzuleiten. Wenn Sie stattdessen jemanden fortwährend wegen ein und derselben Sache kritisieren, demonstrieren Sie selbst eher Schwäche als Stärke. Aus Fehlern entstehen oft Probleme mit dringendem Handlungsbedarf – und deshalb gilt es, die Probleme zu lösen, anstatt sie nur wieder und wieder durchzukauen und irgendwem unter die Nase zu reiben.

Die Fehler, die anderen unterlaufen, sollten durchaus thematisiert werden – allerdings auf die Sache bezogen und ohne persönliche Wertung. Und für die eigenen Fehler gilt: Gehen Sie in die Offensive, denn damit nehmen Sie allen, die Ihr Missgeschick nach genannter Art für sich selbst nutzen wollen, den Wind aus den Segeln. Das zeugt von Selbstbewusstsein und untermauert Ihre eigene Glaubwürdigkeit. Und in den meisten Fällen sind auch nicht die Fehler selbst das größte Problem, die Schwierigkeiten entstehen erst durch den falschen Umgang mit ihnen. Einen Fehler einzugestehen bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Außerdem geht davon das eindeutige Signal aus, dass die Bereitschaft vorhanden ist, aus dem Missgeschick Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft zu entwickeln. Und natürlich entwaffnet es jeden Angreifer, wenn Sie einen Fehler nicht von sich weisen oder gar anderen in die Schuhe schieben wollen, sondern ihn eingestehen und sich um eine passende Problemlösung kümmern.

Das alles heißt nun keineswegs, dass alles einfach hingenommen werden sollte. Im Gegenteil, wo Missstände herrschen, müssen Veränderungen eingeleitet werden. Das wird jedoch nicht möglich sein, wenn die Kritik an der Sache vorbei zielt oder unverhältnismäßig daherkommt. Zu allem einfach Ja und Amen zu sagen, ist jedenfalls keine Lösung, dadurch wird vielmehr jede Entwicklung verhindert.

Gerade souveräne Menschen sind deshalb auch sehr wohl in der Lage, die eigenen Interessen zu vertreten und, wenn es erforderlich ist, verbindlich Nein zu sagen, wodurch übrigens viele Konflikte bereits im Vorfeld verhindert werden. Denn es sind chronische Ja-Sager, die sich durch ihre leichtfertige Zusage mehr aufbürden, als sie vielleicht leisten können und sich genötigt sehen, gegen die eigene Überzeugung zu agieren. Als Folge entsteht immer Unzufriedenheit: Entweder der eine ärgert sich über seine leichtfertige Zusage, oder der andere ist brüskiert, weil die Zusage schließlich doch nicht eingehalten wurde.

Es spricht also eindeutig für Ihre Souveränität, wenn Sie nur das zusagen, was Sie auch halten können und wollen. Und die Kommunikation hält einige Möglichkeiten bereit, mit denen Sie ein Nein verbindlich anbringen, ohne einen Gesprächspartner vor den Kopf zu stoßen. Sie können auf inhaltlicher Ebene klar und deutlich Nein sagen, ohne die Beziehungsebene zu gefährden, indem Sie:

  • Verständnis für das Anliegen zeigen und plausibel begründen, warum Sie der Bitte nicht nachkommen können (oder wollen).
  • Ihr Nein mit einer eingeschränkten Zusage verbinden, denn oft können Sie zwar nicht das Ganze übernehmen, sehr wohl jedoch einen Teil des Anliegens. Hier sind auch zeitliche Einschränkungen möglich.
  • Ihre Absage mit anderen Lösungsvorschlägen verbinden. So zeigen Sie immer noch, dass Sie das Anliegen selbst ernst nehmen.

Auch hier macht also der Ton die Musik. Und genau das gilt für die Kommunikation allgemein. Achten Sie grundsätzlich nicht nur darauf, was Sie sagen, sondern eben auch darauf, wie Sie etwas sagen. Wer hier die notwendige Aufmerksamkeit an den Tag legt, wird sehr schnell als authentische und souveräne Persönlichkeit wahrgenommen. Denn einerseits besteht so eine Übereinstimmung zwischen den Worten und den Taten, und andererseits beweisen Sie Weitsicht und Einfühlungsvermögen, indem Sie Ihr Kommunikationsverhalten selbst einer kritischen Prüfung unterziehen.

15 Tipps für eine souveräne Kommunikation:

  1. Nicht wer am meisten redet, hat recht. Es ist ein Irrtum zu glauben, ein Gespräch auch hinsichtlich der Rededauer dominieren zu müssen. Die Gesprächsanteile bei zwei Personen sind immer ausgewogen, also rund 50 zu 50!
  2. Betrachten Sie Ihre Gesprächspartner nicht als Gegner – auch (und gerade!) wenn kontroverse Meinungen aufeinander treffen. Jedes Überlegenheitsgebaren lenkt nur vom Kern des Gesprächs ab und führt von der Sachebene zur persönlichen Ebene. Fühlt sich ein Gesprächspartner dann persönlich angegriffen, rücken mögliche Lösungen oft schnell in weite Ferne. Dann kostet es viel Zeit und Energie, wieder zurück zur Sache zu kommen.
  3. Sie haben ein Recht auf Ihre Meinung – für Ihren Gesprächspartner gilt allerdings das Gleiche! Die meisten Menschen spüren unterschwellig, wie sie vom anderen wahrgenommen werden. Betrachten Sie Ihr Gegenüber in Gesprächen also als gleichwertigen Partner.
  4. Verlieren Sie die ursprünglichen Gesprächsziele nicht aus den Augen. Es zeugt von Souveränität, wenn es Ihnen gelingt, ein Abdriften des Gesprächs auf Nebenschauplätze zu verhindern.
  5. Versuchen Sie zuerst, Ihren Gesprächspartner zu verstehen, bevor Sie selbst verstanden werden wollen. Lassen Sie sich auf den Gesprächspartner ein, akzeptieren Sie seine Perspektive. Hören Sie Ihrem Gesprächspartner aufmerksam zu. Glauben Sie nicht, sowieso schon alles zu wissen. Gehen Sie auf ihn ein, und versuchen Sie herauszufinden, was er wirklich meint, was seine Intentionen sind. Das hilft Ihnen auch, Ihre eigene Argumentation wirkungsvoller anzupassen. Sie können nur dann überzeugen, wenn Sie wissen, was der andere mit seinen Worten überhaupt sagen und erreichen will.
  6. Reden Sie weniger über starre Positionen und achten Sie stattdessen auf die Interessen. Selbst bei völlig gegensätzlichen Positionen lassen sich meist dennoch gemeinsame Interessen finden.
  7. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner das Gefühl, verstanden zu werden (jedoch nur, wenn Sie ihn auch tatsächlich verstehen). Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass auch Sie verstanden werden.
  8. Verzichten Sie genauso auf Beschönigungen und ebenso auf Dramatisierungen. Beides schränkt Ihre Glaubwürdigkeit ein und verhindert gegenseitiges Vertrauen.
  9. Formulieren Sie klar, präzise und verständlich. Fassen Sie sich kurz. Wenn Sie es selbst mit einem Dauerredner zu tun bekommen, unterbrechen Sie ihn einfach – höflich, aber nachdrücklich.
  10. Lassen Sie den anderen immer ausreden (wenn Sie es nicht gerade mit einem Dauerredner zu tun haben), und gönnen Sie Ihrem Gesprächspartner auch kleine Pausen, damit er seine Gedanken formulieren kann. Achten Sie auch darauf, selbst nicht unterbrochen zu werden.
  11. Fragen Sie immer nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben – auch wenn Sie sich nur nicht ganz sicher sind, das Gesagte korrekt verstanden zu haben. Mit Nachfragen geben Sie sich keine Blöße. Das Gegenteil ist der Fall, gerade mit Nachfragen zeigen Sie Interesse an der Meinung des anderen.
  12. Vermeiden Sie rhetorische Tricks (insbesondere auch gegenüber weniger redegewandten Gesprächspartnern) und lassen sich selbst nicht auf rhetorische Finessen ein.
  13. Sprechen Sie die Sprache Ihres Gesprächspartners: Vermeiden Sie allzu elitäre und übertrieben „geschraubte“ Ausdrucksweisen und Fachausdrücke, von denen Sie nicht sicher sind, dass Ihr Gesprächspartner sie kennt.
  14. Gehen Sie Konflikten aus dem Weg. Ist die Gesprächssituation emotional zu aufgeladen, kann es durchaus richtig sein, das Gespräch abzubrechen und zu vertagen, wenn keinerlei Konsens erzielt werden kann. So können sich beide Seiten beruhigen und die eigenen Positionen und auch die des anderen überdenken. Nutzen Sie mehr sogenannte Ich-Botschaften und weniger Du-Botschaften, um Konflikte im Vorfeld zu vermeiden, sagen Sie also statt „Was Sie sagen, stimmt nicht“ lieber „Ich habe andere Informationen“.
  15. Scheuen Sie sich nicht, Gefühle zu zeigen. Gerade souveräne Menschen stehen zu ihren Emotionen. Außerdem wirkt nichts überzeugender als ein Mensch, der neben dem Verstand auch mit dem Herzen bei der Sache ist.

Sie sehen schon: Mit Ihrem persönlichen Kommunikationsstil stellen Sie nicht nur die Weichen für einen erfolgreichen Ausgang Ihrer Gespräche, sondern sagen damit zugleich sehr viel über sich selbst aus. Mit Ihrer Art der Kommunikation zeigen Sie allen anderen, wer Sie sind und worauf es Ihnen ankommt. Und Ihre Gesprächspartner werden letztlich demjenigen den Vorzug geben, bei dem Sie wissen, dass nach fairen Regeln gespielt wird. Souveränität wird so zu einer Konstante, auf die sich andere verlassen können. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, warum souveräne Persönlichkeiten auf breiter Basis ein sehr hohes Ansehen genießen.

Gerade in Anbetracht der Komplexität der Welt stellen gefestigte Persönlichkeiten eine Konstante dar, die Halt verspricht und für Kontinuität steht.

Wo vieles unkalkulierbar geworden ist, sind derartige Werte rar und deshalb begehrt. Um hier in der ersten Liga mitzuspielen, brauchen Sie sich keinerlei Geheimwissen anzueignen oder spezielle Raffinessen anzuwenden. Setzen Sie ganz einfach auf Ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten und bauen Sie diese tagtäglich aufs Neue aus. Ihr souveränes Auftreten wird so nicht nur für andere zu einer Konstante, sondern ebenso für Sie selbst. So können Sie zuverlässig den einmal gewählten Weg gehen und selbstbewusst auch neues Terrain für sich erobern. Souveränität ist daher vor allem eines: eine Konstante in einer komplexen Welt.

© Stéphane Etrillard 2010  www.etrillard.com

Hier finden Sie die Seminare von Stéphane Etrillard zum Thema Souveränität, Rhetorik, Dialektik

Lesetipp: Prinzip Souveränität von Stéphane Etrillard

Prinzip Souveränität

Stéphane Etrillard

Seine Rhetorikseminare bietet Rhetorikcoach Stéphane Etrillard schwerpunktmäßig in Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, München, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf und Köln an. Auf Anfrage von Firmenkunden werden die Rhetoriktrainings von Rhetoriktrainer Stéphane Etrillard als Inhouse-Seminare überall angeboten in  Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (NRW), Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen.Aktuelle offene Seminare mit Stéphane Etrillard

Anfragen zu den Inhouse Rhetorikseminaren und Dialektikseminaren von Rhetoriktrainer Stéphane Etrillard bitte per E-Mail senden an:
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15. Mai 2010 Posted by | Allgemein | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Präsentieren und Überzeugen

Stéphane Etrillard

Ob eine Präsentation nun vor einigen wenigen oder mehreren Hunderten Zuhörern stattfindet – in allen Fällen geht es darum, das Publikum zu überzeugen. Natürlich geht es hierbei zunächst um die Sache, also die inhaltlichen Präsentationsziele. Doch gleichzeitig will auch der Präsentierende eine gute Figur abgeben und mit seiner Persönlichkeit überzeugen, schließlich steht und fällt mit einer gelungenen Präsentation auch die eigene Reputation. Mit einer charismatischen Ausstrahlung und einer Präsentation, die alle Zuhörer in ihren Bann zieht und schließlich überzeugt, erreichen Sie alle Zielsetzungen Ihres Auftritts. Stellt sich nur noch die Frage: Was macht eine charismatische Präsentation aus?

von Stéphane Etrillard, Management Institute SECS  www.etrillard.com

Vor dem Hintergrund, dass die Zuhörer dem Auftretenden und seinen Botschaften gegenüber kritisch, neutral oder auch aufgeschlossen eingestellt sind, verfolgt jede Präsentation zwei gleichrangige Zielsetzungen: sachbezogene Ziele auf der einen und persönliche Ziele auf der anderen Seite.

Als Präsentator wollen Sie Ihr Publikum zu bestimmten Handlungen (meist zu Entscheidungen) veranlassen, von Ihrer Meinung überzeugen und zu neuen Einsichten führen, aus denen dann wiederum die beabsichtigten Entscheidungen resultieren – kurz: Sie wollen das Publikum für die Unterstützung Ihrer Ziele gewinnen. Diese grundsätzliche Intention ist dabei immer mit einer sehr klaren Definitionen Ihrer spezifischen Zielsetzungen verbunden.

Jede Präsentation beginnt mit einer präzisen Zielbestimmung

Vielen Präsentierenden ist die Tragweite der persönlichen Zielsetzungen nicht bewusst. Wer eine Präsentation durchführt, präsentiert sich damit immer auch selbst. Wer auch immer vor Publikum auftritt, will als souveräner und kompetenter Experte wahrgenommen werden und persönlich gut abschneiden. Eine Präsentation beinhaltet also grundsätzlich auch einen Selbstmarketing-Aspekt. Und nicht selten hängen der persönliche Erfolg und das eigene Vorwärtskommen mit der gelungenen Durchführung einer überzeugenden Präsentation zusammen. Hier steht der Präsentator für sich, für seine Idee und verkörpert zudem sein Unternehmen. Erfolg oder Misserfolg sind demnach eng mit der Zukunft der eigenen Person verbunden. Diese persönliche Ebene gilt für alle Präsentationen, und sie gewinnt mit der Wichtigkeit einer Präsentation weiter an Bedeutung.

Bekanntlich bleibt selbst eine sehr durchdachte Präsentation ohne Überzeugungskraft, wenn nicht auch die Persönlichkeit des Präsentators überzeugen kann. Die Wirkung des Redners entscheidet darüber, ob und wie die Informationen und Argumente bei den Zuhörern ankommen, wie sie letztlich von ihnen aufgenommen und bewertet werden. Die Ausführungen eines souveränen, gelassenen, sympathisch, kompetent und vielleicht sogar charismatisch wirkenden Menschen leisten hier die stärkste und nachhaltigste Überzeugungsarbeit. Andersherum wird eine Person, die unsicher, wenig glaubwürdig und insgesamt etwas farblos erscheint, nicht viel erreichen können. Eine starke Persönlichkeit und eine möglichst charismatische Ausstrahlung sind also eindeutige Erfolgsfaktoren für jede Präsentation. Und bestimmt wird es keinem Präsentator gelingen, eine schwache Persönlichkeit hinter einer noch so starken Präsentation zu verstecken.

Der Erfolg einer Präsentation hängt vom Zusammenspiel von drei Faktoren ab

Eine Präsentation ist nur dann erfolgreich verlaufen, wenn sowohl die inhaltlichen als auch die persönlichen Zielsetzung erreicht worden sind. Dabei kommt es auf das Zusammenspiel von drei Faktoren an.

Jede Präsentation braucht:

  • einen klaren und inhaltlich nachvollziehbaren Ablauf
  • die passenden technischen Hilfsmittel, die souverän beherrscht werden
  • einen Präsentator, der mit einer charismatischen Ausstrahlung überzeugt

Das Problem hierbei: Bestehen Mankos bei den ersten beiden Punkten, geht dies immer zulasten der Ausstrahlung des Präsentators. Daher kommt es bereits im Vorfeld einer Präsentation auf eine weitsichtige Planung an, und die beginnt mit Überlegungen zur Architektur der Präsentation:

1.  Die Architektur der Präsentation

  • Formulieren Sie Ihre Zielsetzung sehr genau und überlegen Sie sich dazu die inhaltliche Vorgehensweise.
  • Achten Sie darauf, dass all Ihre Ziele klar erkennbar sind und vom Publikum verstanden werden. Es darf sich an keiner Stelle fragen, was Sie überhaupt erreichen wollen.
  • Formulieren Sie (aus Sicht des Publikums!) die überzeugendsten Argumente für Ihre Zielsetzung.
  • Überlegen Sie sich sehr konkret, welche Prozesse Sie einleiten wollen und welche Folgewirkungen das mit sich bringt.
  • Bedenken Sie, welche Entscheidungen Sie herbeiführen wollen.
  • Achten Sie immer genauestens darauf, welche Zielgruppe Sie ansprechen und wie die Zusammensetzung des Publikums ausfällt. Wie können Sie die Teilnehmer am besten erreichen?
  • Überlegen Sie sich einen Satz, der die wesentlichen Punkte Ihrer Absichten prägnant zusammenfasst. Wie sähe bspw. die Schlagzeile einer Zeitung aus, die über Ihre Präsentation berichtet?

2. Auswahl und Einsatz der technischen Hilfsmittel

Ganz klar, erst der gekonnte Einsatz geeigneter Medien macht eine Präsentation zu einer Veranstaltung, die ihren Namen verdient. Und selbstverständlich bieten die technischen Möglichkeiten eine ganze Reihe von Vorteilen. Die verbesserte Darstellung von komplexen Zusammenhängen und die erhöhte Aussagekraft von Bildern und Grafiken – gerade wenn es eine Vielzahl von Zahlen und Daten zu vermitteln gilt – sind nur einige dieser Vorteile. Doch der Einsatz der gleichen Hilfsmittel birgt auch Risiken, beispielsweise:

  • Ein nachlässiges und nicht durchdachtes Layout der Bild- oder Grafikelemente verursacht eher Irritationen und trägt dann nicht mehr zur Verständlichkeit bei.
  • Die Zuhörer messen den visuellen Elementen einer Präsentation eine größere Bedeutung bei als den gesprochenen Worten, weshalb sehr genau zu prüfen ist, was visualisiert wird.
  • Jede Technik hat ihre Tücken. Gerade eine Präsentation, die auf technisch komplexe Medien baut, kann zum Debakel werden, wenn der Präsentator die Technik nicht perfekt beherrscht.
  • Eine visuell überfrachtete Präsentation verfehlt ihr Ziel und überfordert das Publikum.

Wegen dieser Risiken ist ein sorgfältiges Abwägen bei der Wahl der Mittel entscheidend. In allen Fällen gilt der Grundsatz: Die eingesetzten Medien müssen sich sowohl für das Thema als auch für die Zielgruppe eignen, und der technische Aufwand muss in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen stehen. Oft wird hier des Guten etwas zu viel getan. Zuweilen fehlt es dabei an einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Thema und technischem Aufwand. Eine Grafik nach der anderen zu zeigen, ist ebenso wenig sinnvoll, wie ein völliger Verzicht auf Visualisierungen. Der Einsatz von Hilfsmitteln, gleich welcher Art, sollte niemals zum Selbstzweck werden oder gar in technische Spielerei ausarten. – In solchen Fällen würde der Präsentator nur noch einen Kommentar zu den gezeigten Bildern liefern, dabei entsteht gerade aus Kombination von längeren Strecken der freien Rede verbunden mit wohldosierten Visualisierungen die größte Überzeugungskraft.

Beachten Sie daher:

  • Hilfsmittel sollen das gesprochene Wort unterstützen und nicht verdrängen!
  • Im Vordergrund stehen der Mensch und seine Botschaft, nicht die Medien oder die Technik!
  • Verstecken Sie sich nicht hinter der Technik!!

Der Einsatz technisch komplexer Geräte lohnt sich nur, wenn Sie die Materie beherrschen und wenn Sie mit allen Hilfsmitteln hinreichend vertraut sind – ist dies nicht gewährleistet, wird Ihnen die ganze Technik nichts nützen und vor allem auch jede persönliche Ausstrahlung nehmen. Und genau die ist der wichtigste Punkt einer jeden Präsentation.

3. Präsentieren von Mensch zu Mensch – überzeugen durch Charisma

Tatsächlich ist nichts überzeugender als eine positive Ausstrahlung, die auch den Menschen hinter dem Präsentierenden erkennen lässt. Wenn Sie voll und ganz hinter dem stehen, was Sie präsentieren, wenn Sie selbst hundertprozentig an das glauben, was Sie sagen, haben Sie die Sympathiepunkte auf Ihrer Seite. Überhaupt ist Charisma eine Sache, die aus der Wahrnehmung Ihrer Zuhörer entsteht. Ihr Publikum wird Aspekte wie Kleidung, Haltung, Stimme oder Mimik interpretieren und zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Der wichtigste Aspekt ist hierbei jedoch, dass Sie authentisch und damit glaubwürdig „rüberkommen“. Authentizität erreichen Sie nur, wenn Sie Ihren tatsächlichen Überzeugungen und Zielsetzungen gemäß agieren, ohne sich selbst oder anderen etwas vorzumachen. Deshalb bringt es auch nichts, die Bühne der Präsentation als Einladung zum Theaterspielen misszuverstehen. Übrigens ist es viel schwieriger, ein nicht authentisches Verhalten als echt zu verkaufen, als einfach authentisch zu sein. Stehen Sie also gerade bei Präsentationen zu Ihrer wahren Persönlichkeit. Denn Unstimmigkeiten werden von den Zuhörern ohnehin wahrgenommen. In diesem Fall entsteht ein ungutes Gefühl, das schließlich Misstrauen schürt – und jede Glaubwürdigkeit ist dahin, womit meist auch die Chance verspielt ist, das Publikum von den eigenen Zielsetzungen zu überzeugen. Im Gegensatz dazu verleiht Ihnen ein authentisches Verhalten Charisma und stärkt das Vertrauen in Ihre Botschaften.

Machen Sie sich bewusst, dass niemand perfekt sein muss. Kleine Pannen wirken oft sogar sympathisch. Und solange Sie aufrichtig sind, wird niemand Ihnen einen Patzer übel nehmen. Gehen Sie mit positiven Gedanken in die Präsentation. Freuen Sie sich auf die Präsentation und auf Ihre Zuhörer, das wird sich in Ihrem Auftreten widerspiegeln und Ihre eigene Einstellung positiv beeinflussen. Ängste werden minimiert, und Sie können Ihr Anliegen selbstbewusst und mit einer guten Portion Charisma präsentieren. So werden Sie die Zuhörer für sich gewinnen und ihre Ohren für Ihre Botschaften öffnen – genau das kann eine insgesamt zwar perfekte, doch letztlich etwas sterile Veranstaltung ohne persönliche Note nicht bewirken.

Zum Abschluss noch einige Praxistipps für Ihre nächste Präsentation:

  • Nutzen Sie unbedingt die Gelegenheit und gehen Sie die Präsentation in einer Generalprobe durch – das gibt Ihnen Sicherheit.
  • Was genau ist überhaupt das Thema Ihrer Präsentation? Formulieren Sie Ihre Kernbotschaft in einem prägnanten Satz – Ihre gesamt Präsentation richtet sich dann an diesem Satz aus. Ihr gesamtes Agieren hat zum übergeordneten Ziel, dass die Zuhörer diese Botschaft verstehen und schließlich unterstützen.
  • Formulieren Sie gleich zu Beginn, welchen Vorteil das Publikum haben wird, wenn es Ihrer Präsentation folgt. Achten Sie darauf, dass dieser Vorteil tatsächlich zum konkreten Interesse des Publikums passt.
  • Der berühmte roten Faden hilft nicht nur Ihnen selbst, sondern auch den Zuhörern: Kündigen Sie dem Publikum an, was Sie gleich sagen werden – nutzen Sie dabei logische und aufeinander aufbauende Schritte: ersten, zweiten, drittens …
  • Sind Sie selbst von Ihren Inhalten überzeugt? Sie werden Ihre Zuhörer nur dann mitzureißen, wenn Sie selbst überzeugt und begeistert von Ihrem Anliegen sind.
  • Zeigen Sie Emotionen – und Sie werden Emotionen wecken. Wenn Sie das Publikum emotional erreichen, werden Sie es nicht schwer haben, es auch zu überzeugen.
  • Fesseln Sie Ihr Publikum mit einer kurzen, spannenden Geschichte, die neugierig macht, Begeisterung weckt und lange im Gedächtnis bleibt.
  • Grafiken und Bilder sind keine Zusammenfassung des Gesagten, sondern unterstützen und stärken Ihre Aussagen visuell. Nutzen Sie ausnahmslos klar strukturierte und leicht verständliche Visualisierungen.
  • Um nüchterne Zahlen und Fakten anschaulicher zu machen, setzen Sie sie in Relation zu nachvollziehbaren Größen und stellen Sie Vergleiche her (z. B. verkaufte Stückzahlen pro Tag).
  • Bauen Sie einen Höhepunkt (im letzten Drittel) in Ihre Präsentation ein. Das ist der Moment, auf den alles hinausläuft, hier sagen und zeigen Sie, was hängenbleiben soll. Und wenn Sie als Finale noch eine gute Idee für einen Showdown einbauen können – umso besser.

© Stéphane Etrillard, 2010  www.etrillard.com

Stéphane Etrillard

Seine Rhetorikseminare bietet Rhetorikcoach Stéphane Etrillard schwerpunktmäßig in Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, München, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf und Köln an. Auf Anfrage von Firmenkunden werden die Rhetoriktrainings von Rhetoriktrainer Stéphane Etrillard als Inhouse-Seminare überall angeboten in  Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (NRW), Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen.

Aktuelle offene Seminare mit Stéphane Etrillard

Anfragen zu den Inhouse Rhetorikseminaren und Dialektikseminaren von Rhetoriktrainer Stéphane Etrillard bitte per E-Mail senden an:
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15. Mai 2010 Posted by | Allgemein | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Prinzip Souveränität: der Klassiker von Stéphane Etrillard

Prinzip Souveränität


Das Pionierbuch von Stéphane Etrillard zum Thema Persönliche Souveränität

Wenn von einer starken Persönlichkeit die Rede ist, die gelassen auftritt, verantwortungsvoll entscheidet und handelt, kommt schnell das Wort „Souveränität“ ins Spiel. Dieser Begriff wurde ursprünglich in Verbindung mit Staaten verwendet und bedeutete „der Anspruch eines Staates auf Nichteinmischung in seine inneren Angelegenheiten durch einen fremden“. Heute verstehen wir das Wort meistens anders: Es geht um die ruhige, überlegene Haltung eines Menschen oder das meisterhafte Können einer Persönlichkeit. Individuelle Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein sind gemeint. Nicht nur für Entscheidungsträger in Unternehmen sind souveränes Auftreten und Handeln das A und O ihrer Tätigkeit: Souveränität ist auch in anderen Bereichen wichtig und fördert ein selbstbestimmtes Leben sowie gleichberechtigte zwischenmenschliche Beziehungen.

Stéphane Etrillard beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Frage, welche Elemente der Persönlichkeit zu echter Souveränität führen. In seiner Tätigkeit als Coach und Berater unterstützt er Manager bekannter Konzerne, mittelständische Unternehmer, Politiker und viele andere Menschen, die sich bei ihm neue Impulse für eine erfolgreiche und überzeugende Kommunikation holen. Seine Erfahrungen aus der Beobachtung und Begleitung von mehreren Tausend Führungskräften und Mitarbeitern aus unterschiedlichsten Branchen sind in dieses Buch eingeflossen. Der Autor beleuchtet den Begriff „Souveränität“ wissenschaftlich fundiert aus verschiedenen Perspektiven und grenzt ihn klar von Arroganz und Selbstüberhebung ab: „Wirkliche Souveränität stützt sich nicht auf vermeintliche Schwächen und Unzulänglichkeiten anderer. Sie kann nur aus der eigenen Persönlichkeit heraus entstehen.“ Er benennt die Voraussetzungen für souveränes Handeln und setzt dabei am Denken, am Umgang mit eigenen Gefühlen und beim persönlichen kommunikativen Verhalten an. Im zweiten Teil gibt der Autor wertvolle Hinweise für die Praxis, insbesondere in Bezug auf die Tätigkeit von Führungskräften. Er zeigt neue Wege auf, um den Spagat zwischen Authentizität und strategischer Vorgehensweise zu bewältigen. Bildhaft illustriert und ergänzt werden seine Ausführungen durch die Lebensgeschichten bekannter Persönlichkeiten wie Johnny Cash, Coco Chanel und Gertrude Stein.

Zum Autor

Stéphane Etrillard zählt zu den Top-Wirtschaftstrainern und Coaches. Er gilt als führender europäischer Experte zum Thema „persönliche Souveränität“. Bei Entscheidern und Führungskräften ist er als Ratgeber und „Trainer der neuen Generation“ gesucht und bekannt. In seinen Seminaren mit dem Schwerpunkt Führungskommunikation, Rhetorik und Dialektik sowie Selbst-PR vermittelt Stéphane Etrillard Kompetenz aus der Praxis für die Praxis. Er ist Autor von über 30 Büchern und Audio-Coaching-Programmen, die zu den Business-Topsellern zählen. Er ist beliebter Interviewpartner für die Presse von „Cash“ bis „ManagerSeminare“ über „Focus Money“ sowie gern gesehener Gast bei Talkrunden und Podiumsdiskussionen. Vielen ist er auch aus Fernsehinterviews bei NRW TV sowie Rundfunkinterviews bei „Bayern 2 Radio“ bekannt.

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15. Mai 2010 Posted by | Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar